Prozess gegen Maskenmann:

Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Aus Sicht der Anklage ist der Fall klar: Der Beschuldigte ist der Täter. Dabei stützt sie ihr Plädoyer allerdings nur auf Indizien.

Der Angeklagte (verdeckt) bestreitet vor Gericht, der gesuchte Täter zu sein.
Patrick Pleul Der Angeklagte (verdeckt) bestreitet vor Gericht, der gesuchte Täter zu sein.

Im Maskenmann-Prozess in Frankfurt (Oder) hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der 47-Jährige sei des versuchten Mordes und versuchten Totschlags schuldig, hieß es am Mittwoch im Plädoyer der Anklage vor dem Landgericht. Der Angeklagte bestreitet hingegen die Tatvorwürfe.

Der frühere Dachdecker soll Millionärsfamilien überfallen und einen Bankmanager entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. 2011 schlug er laut Anklage in Bad Saarow (Oder-Spree) die Ehefrau eines Unternehmers nieder. Monate darauf soll er auf ihre Tochter geschossen haben. Ein Wachmann schützte sie mit seinem Körper und ist seither querschnittsgelähmt. Im Jahr darauf soll der Angeklagte einen Manager mit einem Kajak auf eine Schilfinsel im Storkower See entführt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte sich das Opfer selbst befreien.

Viele Argumente für Schuld des 47-Jährigen

Der Prozess, der vor rund einem Jahr begann, stützt sich allein auf Indizien. Der Gesamtblick auf deren Anzahl ergebe ein eindeutiges Ergebnis, sagte der Staatsanwalt: „Dann wird das Bild klar, dass der Angeklagte der Täter ist.“ Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft dauerte zwei Verhandlungstage. Aufgelistet wurden zahlreiche Argumente für die Schuld des 47-Jährigen.

Demnach hätten ihn einige der Opfer wiedererkannt. Zumindest habe das Entführungsopfer angegeben, dass von insgesamt sieben Stimmproben die des Angeklagten am ehesten zum Täter passe. Weitere Punkte: Der Angeklagte sei wie der Täter Rechtshänder, athletisch, habe ein abgeknicktes Ohr, kenne sich mit Waffen aus und sei mehrmals in der Nähe der Tatorte gesehen worden. Der Staatsanwalt ergänzte: „Der Angeklagte hat auch heute noch einen Hass auf Reiche.“

Angeklagter ist bereits vorbestraft

Zudem habe der Vorbestrafte Gegenstände besessen, die der Täter ebenfalls benutzte, darunter eine Plastik-Pinzette, eine Sturmhaube sowie Tarnanzüge. Einzeln betrachtet könne kein Indiz den Angeklagten schuldig sprechen, so der Staatsanwalt. Im Gesamten jedoch werde klar, dass er „der Täter aller drei Taten war.“

Der Name „Maskenmann“ entstand, weil der Täter bei den Überfällen eine Art Imkermaske trug.

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