Betrieb auf BER-Südbahn:

Start frei ohne kompletten Lärmschutz

Wenn die Sanierung der Nordbahn für den Hauptstadtflughafen beginnt, wird die Südbahn für einige Monate genutzt. Brandenburg hält den Krach für Anwohner für vertretbar.

Im Mai beginnen die Arbeiten am alten Flughafen Schönefeld. Dann wird der Flugverkehr auf die Südbahn geleitet.
Bernd Settnik Im Mai beginnen die Arbeiten am alten Flughafen Schönefeld. Dann wird der Flugverkehr auf die Südbahn geleitet.

Brandenburgs Landesregierung hat die geplante vorübergehende Inbetriebnahme der Südbahn am neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld verteidigt. Dabei würden die für den BER-Betrieb geltenden Nachtflugregelungen „einschließlich der strikten Flugbeschränkungen in der Nachtkernzeit angewendet“, erklärte Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Potsdamer Landtag. Am alten Flughafen Berlin-Schönefeld hingegen gilt überhaupt kein Nachtflugverbot.

Hintergrund: Im Mai soll die Sanierung der Nordbahn beginnen, die noch zum alten Flughafen Schönefeld gehört und künftig eine Start- und Landebahn des neuen Airports BER nebenan sein wird. Während der halbjährigen Bauphase wird der Schönefelder Flugverkehr über die schon lange fertige neue BER-Südbahn geleitet.

Eund 1200 Haushalte ohne Schutz

Allerdings warten noch viele Anwohner auf die Erfüllung der Schallschutzauflagen. Von Anträgen auf Lärmschutz für insgesamt knapp 4500 Haushalte wurden laut Ministerium erst für rund 3300 Haushalte (Stand November 2014) Anspruchsermittlungen versendet beziehungsweise Schallschutzmaßnahmen umgesetzt.

Auch wenn der Schallschutz noch nicht für alle Anwohner sichergestellt sei: Die Entscheidung zur befristeten Teilinbetriebnahme der Südbahn sei „vertretbar“, erklärte Schneider, die bis 2013 unter anderem Vorsitzende der Fluglärmkommission für den Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld war. Es erfolge „keine vollständige Inbetriebnahme des BER“.