Landesfachbeirat entscheidet:

Status als Heilbad steht auf der Kippe

Nach großer Kritik von außen ringt Bad Freienwalde darum, Kurort zu bleiben. Nun stellt sich die Frage, ob ein neu entwickeltes Konzept ausreicht.

Bad Freienwalde hat ein schönes Rathaus, aber bei den Hotelbetten hapert es.
Patrick Pleul Bad Freienwalde hat ein schönes Rathaus, aber bei den Hotelbetten hapert es.

Die Zukunft von Bad Freienwalde als Heilbad-Kurort ist unsicher. Kann sich die Stadt im Norden Brandenburgs, kurz vor der polnischen Grenze, weiter auf ihren Status als Moorheilbad berufen? Das steht auf der Kippe, seitdem es bei Prüfungen durch den Landesfachbeirat für Kur- und Erholungsorte Beanstandungen gab. Die Stadt gelobte Besserung und erarbeitete ein Konzept. Reicht das aus?

Eine Antwort könnte es am kommenden Donnerstag geben, dann tagt der Fachbeirat wieder. Ob in dieser Sitzung ein Votum erfolgt, hängt von den Mitgliedern des Beirats ab, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Kritik an Angeboten für Kurgäste

Der Rat hatte unter anderem an Bad Freienwalde bemängelt, dass zu wenig Hotelbetten vorhanden sind. Es müsse zudem immer sichergestellt sein, dass es Mooranwendungen bei mehr als einem Anbieter gibt. Der Rat sei nicht davon überzeugt, dass das „Kurortgeschehen in den letzten zehn Jahren eine wesentliche Position eingenommen hat und entsprechend den früheren Aktivitäten und Erwartungen eine Weiterentwicklung erfolgt ist“, heißt es in einem Schreiben an die Stadt.

Bad Freienwalde machte sich an die Hausaufgaben, der Landesfachbeirat quittierte dies. Der Tenor lautete: Die Bemühungen sind sichtbar, reichen aber noch nicht aus. Die Stadt hatte deshalb bis Ende März nochmals Gelegenheit, nachzulegen.

Bürgermeister will Stadt als Moorbad erhalten

Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann sagt: „Wir setzen alles daran, historisches Moorbad zu bleiben.“ Es gebe in der Stadt eine starke Identifikation mit dem Kurbetrieb. Die Auslastungszahlen seien gestiegen. Bad Freienwalde mit etwa 12 500 Einwohnern liegt im Landkreis Märkisch-Oderland. Auf ihrer Internetseite wirbt die Stadt mit dem Slogan „gesund & aktiv“.

2003 wurde der Status Moorheilbad staatlich anerkannt. Als Kurort hat die Stadt eine lange Geschichte und gehört zu den ältesten Kurzentren in Brandenburg. Insgesamt gibt es nach Ministeriumsangaben acht staatlich anerkannte Kurorte im Land. Es sei noch nie vorgekommen, dass einer seinen Status verloren habe.

Falls die Entscheidung zu Bad Freienwalde negativ ausfällt, ist dann die Stadt kein Kurort mehr? Laut Ministerium hängt das dann davon ab, ob die Stadt ein anderes Prädikat beantragt.

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