Asylverfahren:

Status von 12.000 Flüchtlingen unklar

Es kommen weit weniger Asylbewerber als früher nach Brandenburg. Doch noch immer müssen die Behörden viele Akten abarbeiten.

Die Zahl unerledigter Asylverfahren ist trotz des starken Rückgangs bei Neuankömmlingen in Brandenburg gleichbleibend hoch. 
Arne Dedert Die Zahl unerledigter Asylverfahren ist trotz des starken Rückgangs bei Neuankömmlingen in Brandenburg gleichbleibend hoch.

Die Zahl unerledigter Asylverfahren ist trotz des starken Rückgangs bei Neuankömmlingen in Brandenburg gleichbleibend hoch. Zum Stichtag 31. März 2017 lebten in Brandenburg rund 12.200 Asylsuchende mit laufendem Asylantrag, wie das Innenministerium auf Anfrage mitteilte.

Ende vergangenen Jahres waren dies gut 13.300 und ein Jahr zuvor 12.434 Flüchtlinge mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus. Dabei kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres nur knapp 1300 Neuankömmlinge gegenüber rund 5400 im Vorjahreszeitraum.

10.000 Asylbewerber haben Einspruch eingelegt

Nach dem starken Zuzug vom Herbst 2015 hätten viele Asylanträge erst im Jahr 2016 gestellt werden können, sagte der Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt dazu. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im vergangenen Jahr die Kapazitäten erhöht, um den Berg von Asylanträgen abzubauen. So habe die Behörde im vergangenen Jahr bundesweit über fast 700.000 Anträge entscheiden können, berichtete Sprecherin Andrea Brinkmann. In Brandenburg seien derzeit nur noch knapp 3000 Fälle in Bearbeitung.

Allerdings haben nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums rund 10.000 Asylbewerber Widerspruch vor den Verwaltungsgerichten eingelegt. Solange darüber nicht entschieden ist, wird diesen Menschen zunächst weiter der Aufenthalt gestattet.