Kiefernspinner-Plage:

Streit um chemische Keule in Naturschutzgebieten

Örtlich sind die Kiefern von Schädlingen befallen. Über die Bekämpfung der Raupen herrscht Uneinigkeit.

Wenn Kieferspinner die Bäume befallen, verlieren die Pflanzen Nadeln und Rinde.
Patrick Pleul Wenn Kieferspinner die Bäume befallen, verlieren die Pflanzen Nadeln und Rinde.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hält eine chemische Bekämpfung von Kiefernspinner-Plagen in Naturschutzgebieten für vertretbar. Das halte er „als letzte Möglichkeit“ für den richtigen Weg, sagte er nach einem Besuch in der Lieberoser Heide im Süden Brandenburgs.

Künftig sollen die Länder entscheiden, wo Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden sollen. Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln liege dagegen beim Bund, sagte Schmidt. Der Kiefernspinner ist einer der größten Feinde der Kiefer. Etwa alle zehn Jahre kommt der Schädling laut der Landeswaldoberförsterei Peitz (Spree-Neiße) in Brandenburg in besonders großer Population vor. 2014 gab es einen Kahlfraß in der Lieberoser Heide. Hunderte Hektar waren betroffen. Gespritzt wurde nicht. 2015 sei der Befall geringer, hieß es.

Die Grünen-Fraktion im Potsdamer Landtag kritisiert den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in Schutzgebieten. „Wir fordern die Landesregierung auf, den Waldumbau von monotonen Kiefernforsten hin zu standortangepassten Mischwäldern zu forcieren“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion,
Benjamin Raschke.