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Tausende Eltern fordern: Schule erst für Sechsjährige

Seit zehn Jahren werden auch Kinder eingeschult, die noch nicht sechs Jahre alt sind. Nun wollen viele Bürger zurück zur alten Regelung.

Erziehungsberechtigte fürchten mitunter, dass ihr Nachwuchs noch nicht schulreif ist.
Patrick Pleul Erziehungsberechtigte fürchten mitunter, dass ihr Nachwuchs noch nicht schulreif ist.

Eine Bürgerinitiative hat mehr als 32 500 Unterschriften gegen – aus ihrer Sicht – zu frühe Einschulungen an Brandenburger Schulen gesammelt. Sie wurden am Freitag Landtagspräsidentin Britta Stark und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) überreicht. Die Initiative fordert eine Rückkehr zum alten Stichtag 30. Juni für Einschulungen; derzeit gilt der 30. September. Nach Ansicht von Landeselternsprecher Wolfgang Seelbach bewirkt der spätere Stichtag, dass mitunter schon Kinder mit fünf Jahren und neun Monaten eingeschult werden.

Baaske zufolge werden in Brandenburg fast alle Anträge von Eltern, die ihre Kinder später zur Schule schicken möchten, genehmigt. Im laufenden Schuljahr habe es 2019 Anträge auf eine spätere Einschulung gegeben. Davon seien 1880 bewilligt worden. Von den 36 Widerspruchsverfahren seien 22 im Sinne der Eltern entschieden worden. In zwei Fällen haben die Eltern laut Ministerium die Ablehnung gerichtlich überprüfen lassen. In beiden Verfahren seien die Entscheidungen der Schulleitungen aber bestätigt worden.

Bildungsminister hält Änderung für unnötig

Er sehe angesichts der Datenlage keine Notwendigkeit, „den Einschulungstermin mit einer Gesetzesnovellierung zu ändern“, betonte der Minister. Die Initiative „Stoppt die Früheinschulung in Brandenburg“ habe aber eine wichtige Debatte in Gang gebracht. Auch deshalb sei die Verordnung zur Einschulung überarbeitet worden, „damit die Schulleitungen nach klaren und einheitlichen Vorgaben mit den Eltern die Anträge besprechen können.“ In Brandenburg wurden zuletzt etwa 20 000 Erstklässler eingeschult.

Der Stichtag 30. September gilt nach Angaben des Ministeriums seit zehn Jahren und geht auf eine Empfehlung der Kultusministerkonferenz zurück. Kinder, die bis zu diesem Tag ihren sechsten Geburtstag feiern, werden im selben Jahr eingeschult – sofern keine Entwicklungsgründe dagegen sprechen. Die Entscheidung, ob Kinder später eingeschult werden können, trifft die jeweilige Schulleitung.