Belastung durch Tagebaue:

Teile der Spree stark verschmutzt

Der größte Fluss im Süden des Landes ist sulfatbelastet. Ganz neu ist das nicht. Nun haben allerdings Gewässerökologen Proben genommen. Die Ergebnisse machen erschreckende Ausmaße deutlich.

Trotz aller Reinigungsmaßnahmen beim abgeleiteten Wasser aus dem Braunkohlebergbau: Eisenocker und Sulfate verschmutzen die Spree.
Patrick Pleul Trotz aller Reinigungsmaßnahmen beim abgeleiteten Wasser aus dem Braunkohlebergbau: Eisenocker und Sulfate verschmutzen die Spree.

Die Sulfatbelastung der Spree ist einer Studie zufolge höher als bislang angenommen. In weiten Teilen des Flusses wird der Sulfat-Grenzwert für Trinkwasser erreicht – und teils deutlich überschritten. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin. Eine zu starke Belastung des Trinkwassers mit Salzen und Estern der Schwefelsäure kann beim Menschen Verdauungsstörungen verursachen. Umweltschützer fürchten auch um die Artenvielfalt entlang des Flussverlaufs.

„50 Prozent der Spreefließgewässer weisen mittlerweile einen Wert von mehr als 250 Milligramm pro Liter auf“, sagte der Co-Autor der Studie, Dominik Zak. Diese Zahl markiere den Sulfat-Grenzwert für Trinkwasser.

Die Forscher haben den Spreeverlauf von der sächsischen Quelle bis hin zur Mündung in die Havel engmaschig untersucht. Der höchste Wert wurde westlich von Cottbus im Eichower Mühlenfließ gemessen: 1049 Milligramm pro Liter. Bereits an der Quelle wurden bis zu 68 Milligramm pro Liter festgestellt. Ab den Spree-Abschnitten ab Spremberg springen die Sulfat-Werte über die 250er-Marke. Dies sei laut Zak bereits seit den 1990er Jahren so. Trotz verdünnender Wirkung der Zuflüsse unterhalb des Spreewaldes sinken die Sulfatkonzentrationen bis zum Müggelsee in Berlin nicht mehr unter den Grenzwert für Trinkwasser.

Die hohen Sulfatwerte seien auch auf die ehemaligen und aktiven Tagebaue zurückzuführen, heißt es in dem Papier.

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