Drei von vier Nasenbären gestorben:

Tierpark Angermünde leidet unter Serie von Todesfällen

Der Stadt war der Zoo zu teuer, deshalb hat sie ihn an einen privaten Investor übertragen. Der will den Park umgestalten und neue Besucher gewinnen. Doch zunächst muss er mit ganz anderen Problemen kämpfen.

Armer Nasenbär. Er ist der einzige Überlebende seiner Art und nun erst einmal allein.
Matthias Bruck Armer Nasenbär. Er ist der einzige Überlebende seiner Art und nun erst einmal allein.

Knapp ein halbes Jahr nach der Privatisierung des Angermünder Tierparks muss Betreiber Dennis Sonnenberg auf einen schwierigen Start zurückblicken. Vor allem eine Serie von scheinbar mysteriösen Todesfällen unter seinen Tieren überschattet die ersten Monate nach dem Übergang der traditionsreichen Angermünder Einrichtung in private Hände. „Ich habe hier in den letzten Monaten fast mehr mit toten als mit neuen und jungen Tieren zu tun gehabt. So habe ich mir das nicht vorgestellt“, konstatiert Sonnenberg.

Als erste raffte es im Spätsommer drei der vier Nasenbären dahin, die der Tierpark besaß. Nur kurze Zeit später starb einer von zwei Luchsen, dann verlor der Tierpark eine Katta-Dame. Ein Pony starb an einer Kolik. Und zuletzt schlich sich der Baummarder in den Tierpark und nahm das Taubenhaus auseinander, „sodass wir jetzt auch keine Tauben mehr haben“, sagt Sonnenberg.

Krankheitsverläufe oft sehr ähnlich

Die Krankheitsverläufe waren bei fast allen Tieren ähnlich. Die Tiere fraßen weniger, bekamen Durchfall, wurden schwächer und starben. „Die zeitliche Nähe zum Besitzerwechsel nährte natürlich Gerüchte, es könnte etwas damit zu tun haben, so ist es aber nicht. Und nach den Laboruntersuchungen wissen wir nun auch genau, warum und woran die Tiere starben“, so Sonnenberg.

Die Nasenbären beispielsweise starben an sogenannter Parvovirose, auch Katzen- oder Hundeseuche genannt. Den Luchs hatte ein anderer Virus befallen, der ähnliche Symptome verursacht und die Katta-Dame starb an Toxoplasmose. „Diese Krankheiten sind Probleme, mit denen viele Zoos und Tierparke zu kämpfen haben. Dass sie so gehäuft bei uns vorkamen, liegt wohl an einer Verkettung vieler Umstände. Und wir wissen immer noch nicht hundertprozentig, wer als Verursacher infrage kommt. Ich selber denke, es werden Katzen gewesen sein, von denen die Krankheitserreger stammen“, sagt der Tierparkchef. In der Gegend um den Tierpark gebe es eine Menge streunende Katzen. „Und Katzen kommen als Träger aller dieser Krankheitserreger infrage“, sagt Sonnenberg.

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