Rast vor Winterquartier Spanien:

Trompetenkonzert: 60 000 Kraniche rasten in Linum

An den Linumer Teichen machen sich zur Zeit Zehntausende Kraniche fit für den Flug nach Süden. Das Schauspiel der grazilen Vögel zieht jeden Herbst Naturliebhaber an.

Ralf Hirschberger Bald geht's für die Kraniche in wärmere Gefilde. In Deutschland machen sie noch einmal in Brandenburg Rast.

Rast vor der großen Reise: Rund 60 000 Kraniche rüsten sich an den Linumer Teichen im Rhin-Havelluch zur Zeit für den Flug ins Winterquartier Richtung Spanien. Mitte Oktober erreiche der beeindruckende Zug der Kraniche seinen Höhepunkt, teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. In ganz Deutschland hielten sich dann an verschiedenen Sammelplätzen mehr als 100 000 Kraniche auf.

Die Gegend um die Linumer Fischteiche mit ihrem Niedermoor und feuchten Wiesen sei bei den grazilen Vögeln mit den markanten Rufen besonders beliebt, sagte Nabu-Vogelschutzreferent Eric Neuling. "Die Tiere stellen sich zum Schlafen ins Flachwasser", erläuterte er. "So sind sie vor ihren Feinden wie zum Beispiel Füchsen geschützt."

Die meisten Kraniche an den Linumer Teichen kommen aus ihrer Sommerfrische in Skandinavien. Abgeerntete Maisfelder nutzen sie gern für die Nahrungssuche, um sich vor dem Weiterflug Reserven anzufuttern.

Doch auch in Brandenburg gibt es inzwischen rund 3000 Brutpaare. In milden Wintern bleiben die Vögel inzwischen sogar vereinzelt hier und ersparen sich den Zug gen Süden.

Bestände des Kranichs haben sich in Deutschland erholt

"Die Mehrzahl macht sich aber spätestens nach den ersten Frostnächten auf die Reise", berichtete Neuling. Dabei blieben Kranicheltern und ihre Jungen zusammen. Kraniche ziehen wie Graugänse in einer V-Formation durch die Lüfte. Sie legen auf ihren Flügen aber immer wieder Pausen ein. Weitere große Rastgebiete gibt es an der Ostsee, in Niedersachsen und in Südwestdeutschland.

Die Bestände des Kranichs in Deutschland haben sich nach Nabu-Angaben deutlich erholt. Ursachen dafür seien der Schutz vor Jagd und Verfolgung sowie wichtiger Brut- und Rastplätze. Brüteten in Deutschland im Jahr 1960 noch weniger als 1000 und im Jahr 1991 nur knapp 1500 Paare, so waren es 2016 bereits etwa 9000. Parallel nahm die Zahl der Kraniche, die auf ihrem Zug in Deutschland Rast machen, von 40 000 in den 70er Jahren auf heute bis zu 300 000 Vögel zu.

Die Schönheit der Kraniche, ihre Rufe und spektakulären Balztänze haben Menschen schon immer fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit. In asiatischen Ländern steht er noch immer für Glück und ein langes Leben.

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