Verbreitung von Kinderpornografie:

Uckermärker wandert hinter Gitter

Ein 42-Jähriger ist bereits wegen ähnlicher Vorfälle vorbestraft. Dennoch machte er weiter und verbreitete verabscheuungswürdige Bilder. Jetzt schob das Gericht endgültig einen Riegel vor sein Treiben.

Der Angeklagte wollte die Taten einem Kumpel unterschieben. Die Richter glaubten ihm kein Wort.
Stefan Puchner Der Angeklagte wollte die Taten einem Kumpel unterschieben. Die Richter glaubten ihm kein Wort.

Wegen Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften wurde ein Mann aus Schwedt zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Ihm konnte im Prozess der Besitz und die Verbreitung von kinderpornografischen Fotos nachgewiesen werden. Das Gericht befand den Angeklagten in drei Fällen für schuldig, mehrfach pornografische und kinderpornografische Fotos besessen und diese anderen zugänglich gemacht zu haben. In einem Fall wurden entsprechende Fotodateien per E-Mail versandt.

In einem anderen Fall wurde eine größere Anzahl von kinderpornografischen Fotos per Datenträger zur Weiterverarbeitung im Mediamarkt genutzt, um Ausdrucke der Bilddateien zu erstellen. In beiden Fällen wurde durch den Empfänger beziehungsweise Bearbeiter Anzeige erstattet. Zudem konnten bei einer Hausdurchsuchung entsprechende Daten in großer Anzahl durch Polizeibeamte gesichert werden. Die Fotos wurden beschlagnahmt.

Angeklagter bestritt die Taten

Der 42-jährige Mann bestritt im Prozess, die Fotos selbst gesammelt oder verbreitet zu haben. Ein Kumpel hätte ihm den USB-Stick im Mediamarkt übergeben, um Abzüge davon zu machen. Vom Inhalt hätte er keine Ahnung gehabt. Auch die E-Mail mit den kinderpornografischen Fotos hätte er nur weitergeleitet, ohne sich den Inhalt angesehen zu haben.

Doch Zeugen widersprachen dieser Version. Vor allem der Polizist, der mit der Bearbeitung des Falles beauftragt war, schilderte detailreich den Verlauf der polizeilichen Ermittlungen. Der USB-Stick war in der Wohnung des Angeklagten sichergestellt worden. Zudem hatte eine Überwachungskamera den Angeklagten am besagten Tag im Video festgehalten, an dem der Auftrag zur Bildverarbeitung erteilt worden war.

Gericht zeigt keine Milde

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft waren die Aussagen des Angeklagten nur Schutzbehauptungen, die nicht glaubhaft sind. Da der 42-Jährige bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist und unter laufender Bewährung steht, gab es für Milde keinen Spielraum mehr. Zwei Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe, lautete die Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch oder alternativ auf eine Bewährungsverurteilung.

Doch dafür sah die Strafrichterin keine Voraussetzungen, da der Tatnachweis eindeutig ist. 18 Monate Haft, lautete das Urteil. Die Verbreitung pornografischer Schriften, in denen der Missbrauch von Kindern gezeigt wird, ist schwerwiegend, hieß es in der Urteilsbegründung. Allein schon der Besitz sei strafbar. Die Bilddateien zeigen verabscheuungswürdige Aufnahmen von Kindern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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