Rückblick nach 25 Jahren:

Unternehmer brauchten in den Wendejahren viel Mut

1990 standen Selbstständige in der Mark von einem schwierigen Start. Aber es gibt viele Erfolgsbeispiele.

Das Lkw-Anhänger-Werk in Neustadt/Dosse ist ein erfolgreicher Betrieb geworden.
Nestor Bachmann Das Lkw-Anhänger-Werk in Neustadt/Dosse ist ein erfolgreicher Betrieb geworden.

Die Firmengründer von Allresist aus Strausberg (Märkisch-Oderland) hatten vor 25 Jahren eine Vision. „Wir glaubten, dass wir das schaffen“, sagte Brigitte Schirmer am Mittwoch in Potsdam. Sie und ihr Mann Matthias – beide Naturwissenschaftler in einem DDR-Unternehmen – gründeten vor 25 Jahren ihre Firma. Heute werden dort lichtempfindliche Flüssigkeiten für die Produktion von Speicherelementen herstellt.

Das Paar gehört zu den erfolgreichen Managern, die von der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) zu den Anfängen nach der Wende befragt wurden. Die Interviews zeigten, welche Leistung Unternehmer und Beschäftigte seit 1989 erbracht haben, sagte ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt.

Wirtschaftsminister Christoffers lobt Mut der Unternehmer

Aus Sicht von Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) haben die Unternehmer mit ihrem Mut mittlerweile Brandenburg an die Spitze der neuen Länder geführt. Das Wirtschaftswachstum liege derzeit bei 0,7 Prozent, sagte er. „Die Herausforderung ist angenommen worden, der Einsatz hat sich gelohnt.“

Befragt wurden Manager zu ihren Gründen, sich selbstständig zu machen oder in den Osten Deutschlands zu gehen. Rolf Hüffermann, der in Neustadt/Dosse ein Werk für Lkw-Anhänger eröffnete, lernte beispielsweise am Abend der Wiedervereinigung in seinem niedersächsischen Heimatort den späteren Amtsdirektor von Neustadt kennen. Dieser Zufall habe zur späteren Ansiedlung geführt, sagte er nun in einem Interview.