Neuer Prozess für Goetjes:

Untreue-Urteil wird Fall für BGH

Der Ex-Schatzmeisters der Brandenburger Grünen soll Parteigelder abgezweigt haben. Noch ist Goetjes aber nicht im Gefängnis.

Christian Goetjes und sein Anwalt Martin Dakhli
Patrick Pleul

Die Verurteilung des Ex-Schatzmeisters der Brandenburger Grünen, Christian Goetjes, wegen Veruntreuung von Parteigeld wird ein Fall für den Bundesgerichtshof (BGH).  Der 5. Strafsenat in Leipzig will die Entscheidung des Landgerichts Potsdams am 9. Juli überprüfen, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag. Es sei noch am selben Tag mit einer Entscheidung zu rechnen.

Dreieinhalb Jahre Haft

Goetjes war im Dezember 2012 wegen Veruntreuung von Parteigeldern zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung legte der 35-Jährige Revision ein.

Ungeachtet dessen ist er zunächst auf freiem Fuß. Das Brandenburgische Oberlandesgericht (OLG) hatte ihm Ende Januar Haftverschonung gewährt bis das Urteil rechtskräftig ist.

Geschäfte mit Prostituierten

Laut Urteil hat Goetjes zwischen Januar 2010 und Februar 2011 in 261 Fällen der gewerbsmäßigen Untreue schuldig gemacht und rund 270 000 Euro abgezweigt.

Mit den Grünen hatte er eine Schadenswiedergutmachung von 65 000 Euro vereinbart. Diese wird von den Grünen juristisch überprüft, nachdem im Prozess bekanntgeworden war, dass Goetjes in Berlin einen Escort-Service mit bulgarischen Prostituierten betreiben soll. Er selbst hatte sich immer als mittellos dargestellt.

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