Neuer Prozess nötig:

Urteil nach Angriff auf Piloten beanstandet

Der Bundesgerichtshof wies zum zweiten Mal die Verurteilung eines Flugschülers zurück. Er soll den Piloten attackiert haben, sodass das Flugzeug notlanden musste und beide Insassen verletzt wurden.

Der angegriffene Fluglehrer konnte nur noch durch eine Notlandung Schlimmeres verhindern.
Patrick Pleul Der angegriffene Fluglehrer konnte nur noch durch eine Notlandung Schlimmeres verhindern.

Im Sommer 2013 soll ein Flugschüler seinen Lehrer während eines Übungsfluges niedergeschlagen haben. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun auch das Urteil aus dem neu aufgerollten Prozess gegen den Mann beanstandet und das Verfahren erneut an das Landgericht Frankfurt (Oder) zurückverwiesen. Er kritisierte diesmal, dass die Frankfurter Richter strafmildernde Umstände nicht ausreichend berücksichtigt hätten. Das bestätigte eine Justizsprecherin.

Die Richter in Frankfurt sahen es als erwiesen an, dass der damals 51 Jahre alte Flugschüler während des Fluges mit einem Stein mehrmals gegen den Kopf des Lehrers schlug und versuchte, mit den Daumen dessen Augen einzudrücken. Nach einem Sturzflug aus 1500 Metern Höhe musste das Sportflugzeug notlanden. Beide Insassen überlebten schwer verletzt.

Der Flugschüler hatte die Vorwürfe stets bestritten und eine andere Version geschildert: Der Fluglehrer habe ihn vor und während des Flugs belästigt, deshalb habe er sich gewehrt, sagte er vor Gericht.

Im ersten Prozess war der Flugschüler wegen Mordversuchs zu neun Jahren Haft verurteilt worden - und in Revision gegangen. Der BGH beanstandete, dass aus dem Urteil nicht deutlich werde, ob der Mann freiwillig von seinem Mordversuch Abstand genommen habe.

Im zweiten Anlauf gingen die Frankfurter Richter nur noch von gefährlicher Körperverletzung aus und verurteilten den Flugschüler zu sieben Jahren Haft. Auch gegen diese Entscheidung ging er vor.

Einen Termin für die dritte Auflage des Prozesses in Frankfurt gibt es noch nicht.

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