Wohnung der Ex gesprengt:

Urteil nach Gasexplosion

In einem schwachen Moment dreht er in einem Mehrfamilienhaus den Gashahn auf, um sich zu vergiften. Es kommt zur Explosion. Jetzt steht die Strafe für seine Tat fest.

Der Angeklagte, der die Trennung von seiner Ex nicht verwunden hat, sitzt kurz vor der Urteilsverkündung im Landgericht Potsdam.
Ralf Hirschberger Der Angeklagte, der die Trennung von seiner Ex nicht verwunden hat, sitzt kurz vor der Urteilsverkündung im Landgericht Potsdam.

Nach einer Gasexplosion in einem Ludwigsfelder Mehrfamilienhaus ist ein 25-Jähriger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 100 gemeinnützigen Arbeitsstunden verurteilt worden. Das Landgericht Potsdam sah es als erwiesen an, dass er aus Verzweiflung im Juli 2012 in der Wohnung seiner Ex-Freundin die Gasleitung aufgedreht hat, weil sie mit ihrem neuen Freund in den Urlaub gefahren war. „Er hat sich dabei vorgestellt, sich zu vergiften“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Das habe nicht funktioniert. Daraufhin habe er sich eine Zigarette angezündet und es kam zur Explosion.

„Er war dabei so auf sich bezogen, dass er einfach vergessen hatte, dass sich in der Küche der Ex-Freundin ein hochexplosives Luft-Gas-Gemisch gebildet hatte“, erklärte der Richter. Daher gehe das Gericht von einer fahrlässigen Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und Brandstiftung aus. Der 25-Jährige sowie zwei Hausbewohner wurden verletzt. Der Sachschaden beläuft sich laut Gericht auf insgesamt 115 000 Euro. Davon entfallen 85 000 auf das Unglückshaus und weitere 30 000 auf Schäden an einem Nachbarhaus. Mit dem Urteil folgt das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Als strafmildernd habe sich unter anderem sein „glaubwürdiges Geständnis“ ausgewirkt. Außerdem stamme der 25-Jährige aus zerrütteten Familienverhältnissen. Eine leichte dissoziale Neigung sei nach einem Gutachter nicht von der Hand zu weisen. Diese sei laut Gericht bei der Urteilsfindung zu beachten gewesen. Der 25-Jährige verzichtete auf Rechtsmittel. „Das Urteil ist gerecht und auch mit der Bewährungszeit von fünf Jahren in Ordnung“, erklärte Verteidiger Jörg Sebald.

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