Gebote für Tagebaue:

Vattenfall könnte auf Brandenburger Kohle sitzen bleiben

Der schwedische Staartskonzern will seine Gruben in der Lausitz verkaufen. Doch potenzielle Bieter, die bisher als aussichtsreiche Investoren galten, ziehen sich zurück. Was passiert nun mit der Sparte und den 8000 Arbeitsplätzen.

Der Energiekonzern betreibt mehrere Gruben in Südbrandenburg und Sachsen, will diese aber abgeben.
Patrick Pleul Der Energiekonzern betreibt mehrere Gruben in Südbrandenburg und Sachsen, will diese aber abgeben.

Auch der Essener Energiekonzern Steag gibt kein Kaufgebot für die ostdeutschen Braunkohle-Tagebaue von Vattenfall ab. Das geht aus einem Papier hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin heißt es, die nicht eindeutige Positionierung der Bundespolitik zur Kohle und die unwägbare Strompreisentwicklung brächten im Fall eines Einstiegs "unbeherrschbare Risiken".

Mit ähnlicher Begründung hatte zuvor schon der tschechische Energiekonzern CEZ abgewunken. Man habe sich nach gründlicher Beurteilung aller Chancen und Risiken gegen ein Angebot entschieden, teilte Sprecherin Barbora Pulpanova am Mittwoch in Prag mit. "Das Unternehmen ist aber weiterhin bereit zu Verhandlungen über andere Bedingungen und Varianten eines Kaufs", fügte sie hinzu.

Sozialverträglicher Ausstieg vorgeschlagen

Vattenfall hatte bis 16. März verbindliche Angebote für seine Braunkohletagebau- und Kraftwerksaktivitäten in Ostdeutschland erwartet. Der zu zwei Dritteln staatliche CEZ-Konzern hatte als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gegolten.

Steag schlägt nun ein Stiftungsmodell für den Weiterbetrieb, den sozialverträglichen Ausstieg und die Rekultivierung der ostdeutschen Braunkohlegebiete vor. Die Vattenfall-Anlagen sollten dabei in eine privatrechtliche Stiftung überführt werden, heißt es in dem Papier der Essener. Steag biete sich gegen Festvergütung als industrieller Partner und Dienstleister, also Betreiber, an.

An der Braunkohlesparte in Südbrandenburg und Sachsen hängen rund 8000 Arbeitsplätze.

 

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