Nach Anschlag auf Flüchtlingsheim:

Verdächtige vorerst auf freiem Fuß

Rechtsextreme sollen versucht haben, ein geplantes Asylbewerberheim in Brand zu stecken. Die Polizei nahm sie fest, in Haft sitzen sie trotzdem nicht.

Polizeibeamte nahmen die mutmaßlichen Täter schon kurze Zeit nach dem Vorfall fest.
Polizeiinspektion Teltow-Fläming Polizeibeamte nahmen die mutmaßlichen Täter schon kurze Zeit nach dem Vorfall fest.

Auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Zossen (Teltow-Fläming) ist ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei nahm nach der Tat am Sonnabend zwei Verdächtige fest. Die 23 und 32 Jahre alten Männer stammen aus Zossen und gehören laut Polizei der rechtsextremen Szene an. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß, sagte ein Behördensprecher inzwischen. Es hätten keine ausreichenden Gründe für einen Haftantrag vorgelegen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zossen ist in der Vergangenheit wiederholt durch rechtsextremistische Übergriffe in die Schlagzeilen gekommen.

In Zossen soll auf dem früheren Militärgelände Wünsdorf-Waldstadt eine Außenstelle zur Erstaufnahme von Asylsuchenden entstehen. Die ersten 500 Menschen könnten nach bisherigen Plänen ab Anfang 2016 auf dem landeseigenen Grundstück untergebracht werden.

Auf frischer Tat ertappt

Der Brandanschlag wurde durch eine Polizeistreife bemerkt. Beamte beobachteten in der Nacht zum Sonnabend ein Auto auf dem Gelände. Als sie dieses kontrollieren wollten, flüchtete der Fahrer. Der Wagen fuhr sich jedoch in einem Sandhaufen fest. Während der Fahrer wegrannte, blieb der 23-jährige Beifahrer im Auto. Die Polizisten nahmen ihn fest. In dem Auto fanden die Ermittler verbotene polnische Feuerwerkskörper, Streichhölzer und Brandbeschleuniger sowie Plakate mit fremdenfeindlichen Sprüchen. Am Nachmittag konnten sie auch den älteren Tatverdächtigen in Zossen stellen.

Der Schaden an dem Gebäude selbst ist laut Polizei gering. Die Täter hätten drei Abfallcontainer angezündet. Dadurch sei der Giebel des Verwaltungsgebäudes beschädigt worden. Das Feuer konnte durch die Polizisten gelöscht werden.

Innenminister Schröter verurteilte die Tat: „Menschen in Not werden weiter eine sichere Zuflucht in unserem Land erhalten. Daran werden auch rechtsextremistische Brandstifter nichts ändern.“

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