Erster Brotsommelier Brandenburgs:

Verliebt in den Duft frischen Brotes

Weißbrot zur Marmelade, ein deftiges Roggenbrot zur Wurst: Zu jeder Speise gibt es das passende Brot. Als erster Brotsommelier des Landes weiht Bäcker Holger Schüren märkische Feinschmecker in die Geschmacks-Geheimnisse des Getreidewunders ein.

Ein Geruch, in den sich der märkische Bäckermeister verliebt hat: frisches, qualitativ hochwertiges Brot.
Bernd Settnik Ein Geruch, in den sich der märkische Bäckermeister verliebt hat: frisches, qualitativ hochwertiges Brot.

Das winzige Brothäppchen bleibt lange im Mund. Immer wieder wird es sorgfältig gekaut und mit Speichel durchsetzt. „Merken Sie die leichte Säure“, fragt der Brandenburger Bäckermeister Holger Schüren erwartungsvoll. Der 47-Jährige ist der erste Brotsommelier Brandenburgs. Mit einem Dutzend Berufskollegen gehörte er zur bundesweit ersten Gruppe von Bäckermeistern, die nach staatlich anerkannter Prüfung diesen Titel führen dürfen. An der Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim (Baden-Württemberg) erwarben sie das entsprechende Zertifikat.

Duft und Gefühl offenbaren die Qualität von Brot

„Aufschneiden, anschauen, riechen“, empfiehlt Meister Schüren dem Laien, der die Qualität von Brot feststellen will. „Und ganz wichtig: fühlen", fügt er hinzu und drückt seinen Daumen in den aufgeschnittenen Laib. Nach wenigen Sekunden ist die Einbuchtung verschwunden. Ein Zeichen für die Qualität eines Natursauerteiges.

Seine große Liebe gilt dem Brot. „Ich will Kunden dieses Geschmackserlebnis nahe bringen“, sagt der gewichtige Zwei-Meter-Mann. Mit einem Augenzwinkern nennt er sich selbst „Big Bäcker“ und seinen Laden in der Gemeinde Nuthetal bei Potsdam die „Kleine Bäckerei“.

Die ganze Familie ist vom Brot-Virus infiziert

Bis zu 20 Brotsorten hat der Meister im Angebot und tüftelt immer wieder an neuen. Jüngste Kreationen sind Produkte mit Leinsaatpresskuchen, mit Hanfsamen, Möhren, Heidelbeeren, Curry-Mango oder Schafskäse und Rosmarin. „Bei guten Zutaten und guter Qualität sind Kunden auch bereit, etwas mehr zu zahlen“, hat er festgestellt.

Auch die Familie ist mit dem „Brot-Virus“ infiziert. Seine Frau Jana, gelernte Köchin, wird gerade Bäckermeisterin. Sohn Cedric lernt beim Vater. Im Sommerurlaub fuhr die Familie durch ganz Deutschland und machte bei 24 Berufskollegen Station. Ein paar Ideen hat er mitgebracht.

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