Experten verhalten optimistisch:

Verockerte Spree auf dem Weg der Besserung

Das deutlich braun gefärbte Gewässer wird langsam wieder klarer. Erste Maßnahmen scheinen gut zu funktionieren. An einigen Stellen muss aber noch mehr passieren.

Unter anderem die Reinigungsanlagen für das Grubenwasser vom nahe gelegenen Tagebau Welzow-Süd haben mittlerweile Wirkung gezeigt.
Patrick Pleul Unter anderem die Reinigungsanlagen für das Grubenwasser vom nahe gelegenen Tagebau Welzow-Süd haben mittlerweile Wirkung gezeigt.

Im Kampf gegen die Spreeverockerung haben Vertreter des „Aktionsbündnisses Klare Spree“ und Klaus Freytag, der Präsident des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, eine Zwischenbilanz gezogen. Diese fiel zwar positiv, aber doch verhalten aus. Im Umweltausschuss des Potsdamer Landtags erklärte Edelbert Jakubik vom Aktionsbündnis, die etwa durch die Wiederinbetriebnahme von Grubenwasserreinigungsanlagen aufgebaute virtuelle Barriere zum Spreewald habe gute Wirkung gezeigt.

„Wir sehen ein Problem damit, dass die Zuflüsse des Spreewalds, die vor den Grubenwasserreinigungsanlagen liegen, so ein bisschen zur Opferstrecke werden“, so Jakubik. „Richtig problematisch ist für uns noch der Südraum, von Sachsen bis Spremberg – da muss noch eine Menge passieren.“

Eisenmenge im Wasser deutlich gesenkt

Der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes Brandenburg (NABU), Friedhelm Schmidt-Jersch, forderte die Landespolitik auf, sich von der Vorstellung eines Sofortprogramms gegen die Verockerung zu verabschieden. Man müsse mit langfristigem Finanzbedarf rechnen. Die LMBV werde als Bergbausanierer noch lange gebraucht, ebenso müssten die entsprechenden Behörden des Landes personell besser ausgerüstet werden.

„Wir brauchen einen Masterplan“, sagte Schmidt-Jersch. Nach der Stilllegung der derzeit fünf aktiven Tagebaue in Brandenburg und Sachsen würden durch den Anstieg des Grundwassers ähnliche Probleme auftreten. Dafür müssten nun die nötigen Rückstellungen gebildet werden. Nach Angaben von Klaus Freytag sei „auch dank des langjährigen Meckerns des Aktionsbündnisses“ die Situation etwa im Schlabendorfer See deutlich besser geworden. Am Ausfluss der Talsperre Spremberg habe man die Gesamtmenge des im Spreewasser gelösten Eisen von sieben Milligram pro Liter auf weniger als einem Milligram pro Liter gesenkt.