Fäkalien, Gewalt und Drogen:

Vier Männer außer Rand und Band

Mehrere Männer aus Dänemark sind im Landkreis Ostprignitz-Ruppin völlig außer Kontrolle geraten. Bei der Polizei schlugen die Notrufe beinahe im Stundentakt auf.

Mit Vandalismus in einem Einkaufsmarkt fand ein chaotischer Abend seinen Auftakt.
Patrick Seeger Mit Vandalismus in einem Einkaufsmarkt fand ein chaotischer Abend seinen Auftakt.

Um 19.50 Uhr ist bei der Polizei die erste Meldung eingegangen. Sie sollte der Auftakt für einen chaotischen Dienstagabend im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sein. Los ging es in einem Einkaufsmarkt in Kyritz. Dort sollten mehrere Personen randalieren. „Ein Mann hatte bereits in den Verkaufsraum gekotet, sich dann aus einem Verkaufsregal verpackte Bettwäsche genommen und sich damit den Hintern gereinigt. Danach warf er Waren aus den Regalen im Markt umher und verließ ihn grölend“, hieß es von der Polizei.

Als diese am Einkaufsmarkt ankamen, verließ ein Pkw Peugeot mit dänischem Kennzeichen den Parkplatz. Die beiden Insassen gehörten zu zwei Personen, die vor dem Geschäft standen. Da ihre Identität nicht feststand, wurden sie durchsucht. In der Polizeiinspektion Neuruppin konnte diese später festgestellt werden. Die beiden 23 und 24  Jahre alten Dänen wurden gegen 22.30 Uhr wieder entlassen, allerdings ohne den Schlagring und das Butterfly-Messer, die die Polizisten bei ihnen fanden.

Unfall unter Drogeneinfluss

22.10 Uhr: Auf der Landesstraße zwischen Karnzow und Lellichow landete der flüchtige Peugeot im Straßengraben. Beide Insassen gaben an, gefahren zu sein. Bei einem der beiden Männer wurde Cannabis, bei dem anderen wurden Amphetamine nachgewiesen. Bevor die beiden Männer wieder auf freien Fuß gelangten, wurden auf dem Kyritzer Polizeirevier Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss gestellt.

23.10 Uhr: Polizisten bemerkten in Neuruppin nach einem Alarm ein eingeschlagenes Fenster eines Firmengebäudes, in dem die Schränke durchwühlt waren. Kriminaltechniker sicherten Schuhabdruckspuren und Blutanhaftungen an der Scheibe. „Es ist nicht auszuschließen, dass die beiden zuvor aus dem Gewahrsam entlassenen Dänen diesen Einbruch begangen haben, denn kurze Zeit nach der Alarmmeldung lief ein Einsatz bei einer Tankstelle auf, bei dem die Männer wieder in Erscheinung traten und einer von ihnen frische blutende Verletzungen aufwies,“ hieß es von der Polizei.

Kopf gegen die Wand geschlagen

23.25 Uhr: Notruf an einer weiteren Neuruppiner Tankstelle. Zwei Männer traten gegen die Tür und schlugen mit einem Feuerwehrlöscher dagegen. Sie versuchten zu flüchten, als die Polizei eintraf – vergeblich. Beide wurden festgenommen, einer der beiden Männer gab an, an Platzangst zu leiden. Da er in den Räumen der Polizei mit seinem Kopf gegen die Wand schlug, wurde er ins Krankenhaus eingewiesen.

Am Mittwochmorgen gab es ein Wiedersehen mit den beiden Verunfallten, diesmal in Wittstock. Eine Zeugin meldete der Polizei, dass zwei Männer Passanten beschimpften und laut grölten. Einer der beiden Dänen wurde in Gewahrsam genommen, der andere ins Krankenhaus eingeliefert.

Alle vier bei der Polizei bekannt

Wie es dann am Donnerstag von der Polizei hieß, sind alle vier Dänen den Kollegen des Nachbarlandes polizeilich bekannt. Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin wurden ein 24-Jähriger nach Erhebung einer Sicherheitsleistung wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und ein 26-Jähriger nach Erhebung einer Sicherheitsleistung wegen Fahrens unter Drogeneinfluss sowie ohne Fahrerlaubnis entlassen. Sie durften mit Zustimmung des in Dänemark weilenden Besitzers des Peugeot weiterfahren. Der 24-Jährige hat einen Führerschein. Er gab die Vorwürfe im Wesentlichen zu. Der 23-Jährige war ebenfalls geständig, bleibt aber zu seinem Schutz zunächst im Klinikum.

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