Umstrittene Bahnpläne:

Vogelsänger macht sich für Fahrkartenverkauf stark

Der Brandenburger Verkehrsminister ist wenig amüsiert über Pläne der Bahn, manchenTicketagenturen die Provisionen zu kürzen.

Eine Kundin kauft in einem Bahnhof eine Fahrkarte. In Brandenburg ist das oft keine Normalität mehr.
Arno Burgi Eine Kundin kauft in einem Bahnhof eine Fahrkarte. In Brandenburg ist das oft keine Normalität mehr.

„Das ist ein einmaliger Vorgang“, kritisierte Jörg Vogelsänger (SPD) im Verkehrsausschuss des Potsdamer Landtags das Vorgehen des Vertriebs der Deutschen Bahn (DB). Er kündigte gleichzeitig an, dieses Thema auf die Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz zu setzen.

Viele private Agenturen und Reisebüros im Land hatten ein neues Vertragsangebot zu deutlich schlechteren Konditionen erhalten. Dadurch könnte der Fahrkartenverkauf in vielen Orten unrentabel werden. Der Leiter des DB-Regionalvertriebs, Christian Rundsheimer, verteidigte im Ausschuss hingegen das neue System. Er verwies darauf, dass auch das Land selbst einen personalbesetzen Verkauf an Bahnhöfen bestellen könne, ähnlich wie es Züge im Nahverkehr bestellt. Solche Präsenzagenturen würden künftig mit höheren Provisionen belohnt. „Ich teile die Einschätzung nicht, dass wir auch noch den Service bestellen müssen“, sagte der CDU-Abgeordnete Rainer Genilke. Er forderte sowohl den Verkehrsminister als auch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg zum Nachverhandeln auf.

Vogelsänger machte vor dem Ausschuss deutlich, dass er von Bahnchef Rüdiger Grube weitere Informationen über die Zukunft der Fahrscheinagenturen erwarte. „Wenn die Deutsche Bahn denkt, dass sie mit solchen Maßnahmen ihr Image von Mainz aufbessern kann, dann haben sie sich da aber gewaltig getäuscht.“