Antwort auf Anfrage:

Vorsorge gegen ein Atomunglück fehlt

Polen plant zwei Kernkraftwerke. Wenn es dort mal zu einem Super-Gau kommen sollte, sieht es allerdings düster aus.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ist für den Katastrophenschutz zuständig.
Bernd Settnik Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ist für den Katastrophenschutz zuständig.

In Brandenburg gibt es keine größeren Katastrophenschutzpläne für den Fall eines Super-Gaus in einem Atomkraftwerk. Das geht aus einer Antwort von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag hervor.

Danach gilt lediglich ein nuklearer Unfall im vergleichsweise kleinen Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums in Berlin-Wannsee als mögliche Gefahr – in diesem Fall wäre das Land Brandenburg aus Sicht der Landesregierung „unmittelbar“ betroffen. „Hier existieren abgestimmte Katastrophenschutzpläne“, teilte der Innenminister mit. Weitergehende Schutzpläne für den Fall eines Nuklearunfalls in entfernter liegenden großen Kernkraftwerken, die der Stromerzeugung dienen, gebe es aber nicht.

In Deutschland noch neun große Nuklearkraftwerke

In Deutschland sind momentan noch neun große Atomkraftwerke in Betrieb, sie liegen allesamt in Westdeutschland. Der letzte Meiler soll nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung im Jahr 2022 vom Netz gehen. Allerdings plant das Nachbarland Polen den Bau neuer Atomkraftwerke. Das Erste soll in der Nähe von Danzig entstehen.

Als Reaktion auf das schwere Nuklearunglück im japanischen Fukushima würden auf Bund-Länder-Ebene gegenwärtig mögliche Schutzmaßnahmen erörtert, erklärte Innenminister Schröter. Möglich wäre etwa eine prophylaktische Versorgung mit Kalium-Iodid-Tabletten, wie es die Brandenburger CDU-Fraktion anregte. Die Tabletten können verhindern, dass sich nach einem Atom-Unglück in der Schilddrüse radioaktives Iod anreichert und Schilddrüsenkrebs oder andere Schilddrüsenerkrankungen entstehen.

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