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War Brandenburg die Grüne Woche nur 59,29 Euro wert?

Das Land gab im vergangenen Jahr rund eine Million Euro für seine Öffentlichkeitsarbeit aus. Für Überraschung sorgte jedoch die Geld-Aufteilung. Die Opposition kündigte Nachforschungen an.

Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD, Mitte) stieß im Januar bei der Grünen Woche in Berlin mit Erntekönigin Anne Schubert und Bauer Roland Koch an.
Katharina Weber Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD, Mitte) stieß im Januar bei der Grünen Woche in Berlin mit Erntekönigin Anne Schubert und Bauer Roland Koch an.

Das Land Brandenburg hat für seine Öffentlichkeitsarbeit im Jahr 2016 fast eine Million Euro ausgegeben. Das geht auf eine Antwort der Staatskanzlei auf eine kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Frank Bommert und Jan Redmann hervor. Davon entfielen mehr als 555.000 Euro auf eigene Broschüren, rund 9000 Euro auf Anzeigen in Zeitungen und Online-Medien sowie rund 86.000 Euro auf Internet- und Social-Media-Auftritte.

Für Verblüffung bei den CDU-Abgeordneten sorgte indes die Antwort auf die Frage „Wie hoch waren die Ausgaben der Landesregierung für Messeauftritte?“. Denn als Antwort erhielten die Politiker lediglich die Summe von 45.622,31 Euro. Dabei ist allein die Beteiligung des Landes an der „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin mit einem Titel in Höhe von rund 800.000 Euro im Haushalt des Landes verzeichnet.

Kunstrasen und Catering sind nicht viel wert

Und in der Antwort auf die Frage, welche Kosten der Landesregierung für die im Jahr 2016 durchgeführten Veranstaltungen entstanden sind, schlägt die Grüne Woche lediglich mit zwei Beiträgen in Höhe von 9,90 Euro und 49,39 Euro zu Buche. Nach Auskunft des stellvertretenden Pressesprechers im Landwirtschaftsministerium, Hans-Joachim Wersin-Sielaff, handele es sich dabei um die Kosten für ein Stück Kunstrasen für den Messestand des Landes sowie das Catering bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Grünen Woche.

„Die Grüne Woche dient der Öffentlichkeitsarbeit, nämlich der Vermarktung des Landes und seiner Produkte“, sagte Redmann. „Dass man ein Stück Kunstrasen der Öffentlichkeitsarbeit zuordnet, den Rest der Messe aber nicht, erschließt sich mir nicht.“ Die CDU werde an dieser Stelle noch einmal nachfragen, zumal im Haushalt des Landes für die Grüne Woche Mittel in erheblichem Umfang eingestellt seien.