Zu viel Unterrichtsausfall:

Warum sich die Lehrer überfordert fühlen

Zum Schulhalbjahr wird es nicht überall Zeugnisse geben. Die Pädagogen weisen die Schuld von sich.

Leitet die Lehrergewerkschaft GEW: Günther Fuchs.
Ralf Hirschberger Leitet die Lehrergewerkschaft GEW: Günther Fuchs.

In Brandenburg wird es nach dem ersten Schulhalbjahr nicht überall komplette Zeugnisse für alle Fächer geben. „Der Unterrichtsausfall wurde in diesem Land viel zu lange kleingeredet“, kritisierte am Freitag der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Gordon Hoffmann. Es sei Pflicht der Landesregierung dafür zu sorgen, dass jeder Schüler den Unterricht erhalte, der ihm zustehe.

Auch die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Marie-Luise von Halem, warf der Landesregierung klares Versagen vor. Es müsse sichergestellt werden, das Unterricht erteilt werde ohne Wenn und Aber.

Etwa 2000 Schüler werden keine vollständigen Zeugnisse erhalten, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Florian Engels. Zum Winterhalbjahr 2013/2014 seien es etwa 4000 gewesen. Keine Noten werde es an einigen Schulen unter anderem in Religion, Sport, Physik, Musik und Biologie geben. Die genauen Zahlen sollen zu Wochenbeginn bekannt gegeben werden.

„Wir brauchen dauerhafte Entlastungen“, forderte der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günter Fuchs. Vor allem die Betreuung von Flüchtlingskindern mit zum Teil traumatischen Erlebnissen erforderten mehr Personal, wie Sozialarbeiter, Schulpsychologen oder Therapeuten. Gefragt seien auch Lehrer, die Deutsch als Fremdsprache unterrichteten.

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