Haasenburg-Prozess:

Wegen Missbrauch einer Schutzbefohlenen vor Gericht

Die Haasenburg-Heime wurden geschlossen, nachdem dutzende Misshandlungsvorwürfe bekannt wurden. Immer noch prüft die Justiz die Vorfälle. Nun soll es eine dritte Verhandlung geben.

Die drei Einrichtungen der Haasenburg GmbH waren geschlossen worden. Erzieher sollen angeblich Jugendliche misshandelt haben.
Patrick Pleul Die drei Einrichtungen der Haasenburg GmbH waren geschlossen worden. Erzieher sollen angeblich Jugendliche misshandelt haben.

Fast zwei Jahre nach der Schließung der umstrittenen Haasenburg-Erziehungsheime in Brandenburg steht eine dritte Gerichtsverhandlung gegen einen ehemaligen Betreuer an. Sie ist für den 8. Dezember geplant, wie das Amtsgericht Lübben (Dahme-Spreewald) auf seiner Internetseite ankündigte. Es geht um den Missbrauch einer Schutzbefohlenen. Ein 33-Jähriger soll im Frühjahr 2013 mit einer noch nicht Volljährigen sexuelle Handlungen durchgeführt haben. Die Jugendliche war laut Gericht in einem der Erziehungsheime untergebracht und der Angeklagte ihr Betreuer.

Die drei Einrichtungen der Haasenburg GmbH in Brandenburg waren 2013 wegen Misshandlungsvorwürfen in die Kritik geraten. Der Skandal hatte eine bundesweite Debatte über die Unterbringung schwer erziehbarer Kinder in geschlossenen Heimen ausgelöst. Dem Betreiber war Ende 2013 die Betriebserlaubnis entzogen worden. Er wehrt sich juristisch dagegen. Als eine Konsequenz aus dem Skandal stockte Brandenburg die Heimaufsicht auf.

Zwei Verfahren bereits abgeschlossen

Die Cottbuser Staatsanwaltschaft prüft in Dutzenden Fällen Vorwürfe gegen Erzieher. Einige der Verfahren wurden bereits eingestellt. Bislang hatte es drei Anklagen und zwei Verhandlungen gegeben. Die dritte steht nun im Dezember an. Geplant ist laut Gericht zunächst ein Verhandlungstag.

Im Januar hatte das Amtsgericht gegen einen ehemaligen Erzieher wegen sexuellen Missbrauchs einer 15-Jährigen eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verhängt. Im März folgte dann der erste Prozess wegen Körperverletzung, der mit einem Freispruch ausging. Damals hatte die Staatsanwaltschaft einem ehemaligen Erzieher vorgeworfen, einem 16-Jährigen, der in einem der Heime unterbracht war, mehrmals mit dem Ellenbogen ins Gesicht geschlagen zu haben. Die Richter stuften die Aussage des Jugendlichen aber als nicht glaubhaft ein.

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