Neue Außenstelle des Erstaufnahmelagers:

Wenn eine sterile Kaserne zur neuen Heimat wird

Der Bürgerkrieg in Syrien und die Krisen im Nahen Osten sowie in Nordafrika sorgen für eine wachsende Zahl von Einwanderern. Auch das Land Brandenburg muss mehr Menschen aufnehmen. Doch wo?

Schon Ende 2013 wurden Syrer in dem ehemaligen Militärgebäude untergebracht.
Oliver Mehlis Schon Ende 2013 wurden Syrer in dem ehemaligen Militärgebäude untergebracht.

Weil immer mehr Flüchtlinge nach Brandenburg kommen, nimmt das Innenministerium diese Woche eine zweite Außenstelle des Erstaufnahmelagers Eisenhüttenstadt in Betrieb. Am Mittwoch und Donnerstag sollen 80 Flüchtlinge in die Frankfurter Oderland-Kaserne ziehen, sagte Ministeriumssprecher Wolfgang Brandt. Das Erstaufnahmelager sei mit 930 Flüchtlingen schon jetzt um 50 Plätze überbelegt.

80 Flüchtlinge seien bereits in ein nahe gelegenes Heim der Arbeiterwohlfahrt gezogen. Mit rund 900 Personen bleibe es in Eisenhüttenstadt weiterhin eng. „Das sind Zustände, die man auf Dauer kaum verkraften kann“, sagte Brandt. Die Kaserne in Frankfurt (Oder) bietet Platz für insgesamt 250 Menschen.

In Brandenburg werden in diesem Jahr fast doppelt so viele Flüchtlinge erwartet wie noch im Jahre 2013. Nach der aktuellen Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge werden 2014 insgesamt 175 000 Asylsuchende vor allem über das Mittelmeer nach Deutschland kommen.

Brandenburg erwartet für 2014 insgesamt 5200 Flüchtlinge

Nach dem Verteilungsschlüssel zur Aufteilung der Asylsuchenden auf die einzelnen Bundesländer kämen auf Brandenburg rund 5200 Flüchtlinge zu. Allerdings könnten es im Laufe des Jahres auch noch mehr werden. Derzeit wird im Erstaufnahmelager das Männerhaus mit 100 Plätzen renoviert, ein Familienhaus mit 200 Plätzen befindet sich noch im Bau.

Nach Angaben von Brandt leben in Brandenburg gut 5800 Flüchtlinge. Darunter sind nur 21 anerkannte Asylbewerber. Hinzu kommen rund 250 Kriegsflüchtlinge nach der Genfer Konvention und 150 Syrer. Mehr als 2000 Menschen werden geduldet, weil eine Abschiebung unmöglich ist und weitere knapp 3400 warten auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Eritrea und Syrien. Grund für die hohe Zahl von Flüchtlingen aus Syrien ist der seit Anfang 2011 anhaltende Bürgerkrieg in dem Land. Insgesamt haben seitdem schätzungsweise 2,6 Millionen Menschen Syrien verlassen. Gemessen an der hohen Gesamtzahl kommen allerdings nur relativ wenige dieser Migranten nach Deutschland.

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