Chemie ist nicht immer erlaubt:

Wenn Kammerjäger ohne Gift auskommen müssen

Schädlinge werden in der Regel mit chemischen Mitteln bekämpft. Doch bei manchen besonders geschützten Tieren sind Alternativen gefragt.

Um Ratten zu bekämpfen, setzen Kammerjäger Gift ein. Das ist aber nicht bei allen Tieren zulässig.
Soeren Stache Um Ratten zu bekämpfen, setzen Kammerjäger Gift ein. Das ist aber nicht bei allen Tieren zulässig.

Von Ameisen bis Ratten: Märkische Kammerjäger haben es bei ihrer Arbeit mit einer ganzen Reihe von Schädlingen zu tun. In Brandenburg gibt es nach Schätzungen des Landesverbandes der Schädlingsbekämpfer (DSV) insgesamt etwa ein Dutzend Betriebe, die sich damit beschäftigen. „Überwiegend werden Ratten und Mäuse, Speck- und Pelzkäferarten aber auch Motten bekämpft“, sagt Verbandsvorstand Mario Heising. Saisonbedingt kommen vor allem in der warmen Jahreszeit nach seinen Angaben Wespen und Ameisen dazu.

„Unsere „Lieblinge“ sind in der Regel zwischen einem Millimeter und 30 Zentimeter groß“, bemerkt Heising mit ironischem Unterton. Bei Ratten und Mäusen seien meist mehrere Einsätze notwendig.

So wenig Biozide wie möglich

Schädlingsbekämpfer arbeiten je nach Art und Intensität des Befalls mit Bioziden, also mit chemischen Mitteln zur Abtötung der unerwünschten Tiere. Ziel sei es allerdings, so wenig Gift wie möglich zu verwenden, sagt der Verbandsvorstand.

„Es ist ein Beruf, der vielseitiger nicht sein könnte“, sagt Kammerjäger Jürgen Zabel aus Falkensee (Havelland). Mittlerweile habe er auch mit Waschbären zu tun. „Für Mieter und Hausbesitzer können sie zum Problem werden“, sagt Zabel. In Brandenburg könnten Kammerjäger mit entsprechender Befähigung die Tiere mit Lebendfallen fangen.

In der Landeshauptstadt Potsdam werden in der Regel Eichenprozessionsspinner, Wespen, Ratten, Ameisen, Hummeln und Käfer aller Art als Schädlinge gemeldet. Bei Arten, die unter Naturschutz stehen, wie Hornissen oder auch Hummeln, würden mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde geeignete Maßnahmen zur Umsiedlung abgesprochen, sagt Stadtsprecherin Christine Weber. Nützliche Insekten wie Hornissen oder Hummeln dürfen nämlich nicht so einfach durch den Einsatz chemischer Mittel vernichtet werden.

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