Erhöhung der Grunderwerbssteuer:

Wer ein Haus kaufen will, wird bald stärker zur Kasse gebeten

Mit einer höheren Grunderwerbssteuer sollen im Koalitionsvertrag geplante Investitionen finanziert werden. In die Mark zu ziehen, werde dadurch unattraktiv, wenden Kritiker ein.

Der Traum vom Haus auf dem Land wird in Brandenburg künftig teurer.
Arno Burgi Der Traum vom Haus auf dem Land wird in Brandenburg künftig teurer.

Wer in Brandenburg sein Häuschen bauen will, muss künftig mehr Geld auf den Tisch legen. Die rot-rote Landesregierung plant, wie im Koalitionsvertrag beschlossen, eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer. Sie soll von fünf auf 6,5 Prozent steigen. Wer also ein Grundstück im Wert von 100  000 Euro kauft, muss dafür künftig 6500 statt 5000 Euro Steuern zahlen. „Es ist die einzige Steuer, die von den Ländern selbst erhoben wird, und mit der eine Einnahmeverbesserung erzielt werden kann“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Ness am Dienstag. Zuletzt hatte Brandenburg die Grunderwerbssteuer 2011 von 3,5 auf fünf Prozent angehoben. In Sachsen dagegen liegt die Grunderwerbssteuer weiterhin bei 3,5 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bleiben vorerst bei fünf Prozent.

Wer direkt an der Landesgrenze leben will, könnte sparen, wenn er sein Grundstück in der Nachbargemeinde im anderen Bundesland erwirbt. „Ich fürchte, dass sich Häuslebauer in der Grenzregion künftig überlegen werden, ob sie noch Einwohner des Landes Brandenburg bleiben wollen“, warnt der Landtagsabgeordnete Steeven Bretz (CDU). Schon deswegen sei die Erhöhung der Grunderwerbssteuer falsch.

„Rot-Rot greift den Brandenburgern in Zeiten von Rekordeinnahmen der öffentlichen Hand kräftig in die Tasche“, sagt er. „Dies ist ein fatales Signal insbesondere für die Familien, die sich mit kleinen und mittleren Einkommen den Wunsch nach einer Wohnung oder einem Haus erfüllen wollen.“ Auch der AfD-Abgeordnete Sven Schröder erklärte, seine Partei sei gegen die Steuererhöhung, weil sie schlicht nicht nötig sei.

Dagegen warnt der Haus- und Grundbesitzerverband „Haus und Grund“ vor höheren Mieten. Wenn der Kauf eines Baugrundstücks teurer werde, werde das auch auf die Mieter im betreffenden Gebäude umgelegt. „Wer Maßnahmen zur Kostendämpfung oder -senkung für andere beschließt, so wie die Landesregierung mit der Mietpreisbremse, der sollte sich selbst nicht davon ausnehmen und nicht mittelbar zu einem Preis- und Kostenanstieg beitragen, den er eigentlich bekämpfen möchte“, sagte der Landesvorsitzende von Haus- und Grund Brandenburg, Lars Eichert.

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