Frist läuft noch bis zum 18. Dezember:

Wer stellt sich in Oberhavel den Bürgern zur Wahl?

Weil der ehemalige Landrat des Kreises jetzt Innenminister in Potsdam ist, braucht der Landkreis einen neuen Chef. Ehe die Wähler entscheiden, müssen sich erstmal Kandidaten finden.

Seit 2010 gilt die Regelung, dass die Bevölkerung in den Kreisen die Verwaltungschefs direkt wählt.
Patrick Pleul Seit 2010 gilt die Regelung, dass die Bevölkerung in den Kreisen die Verwaltungschefs direkt wählt.

Der Zeitplan für die Nachfolge des früheren Landrats von Oberhavel, Karl-Heinz Schröter (SPD), steht. Demnach ist die Wahl des neuen Landrates für den 22. Februar 2015 geplant. Es ist die erste Direktwahl eines Landrates in der Region überhaupt. Die Wahl ist nötig, weil der bisherige und langjährige Landrat Schröter Innenminister in der neuen rot-roten Landesregierung ist. Bis ein neuer Landrat gewählt ist, führt Vize-Landrat Egmont Hamelow die Geschäfte.

Noch bis zum 18. Dezember nimmt der Wahlleiter des Landkreises Kandidatenvorschläge entgegen. „Bisher sind aber noch keine offiziellen Vorschläge eingegangen“, sagte Kreissprecher Ronny Wappler. Die Parteien haben ihre Kandidaten zum Teil jedoch schon öffentlich bekannt gegeben.

Für die SPD tritt der Oberhaveler Beigeordnete für Bildung und Finanzen, Ludger Weskamp, an. Die CDU schickt den Kreistagsabgeordneten Matthias Rink ins Rennen. Nachdem die Linkspartei erst plante, einen gemeinsamen Kandidaten mit der SPD zu stellen und die Sozialdemokraten das Angebot ablehnten, wurde nun ein eigener Kandidat gefunden. „Der Nominierte wird in den nächsten Tagen vorgestellt, die Abstimmung der Wahlkreisversammlung folgt dann am kommenden Mittwoch“, sagte der Kreisverbandsvorsitzende Lukas Lüdtke.

Grüne und AfD denken noch über Kandidatur nach

Unsicher zeigen sich die Grünen und die eurokritische AfD: Nach Angaben des Grünen-Kreissprechers wolle man auf der Kreismitgliederversammlung am 13. Dezember entscheiden, ob es überhaupt einen Kandidaten geben soll. Gleiches gilt für die AfD. „Das wird eine Überraschungskiste, aber langsam müssen wir uns entscheiden“, sagte Kreisvorsitzender Andreas Galau. Weil Schröter sein Amt vor Ablauf der regulären Wahlperiode aufgegeben hat, muss innerhalb von fünf Monaten ein Nachfolger gefunden werden. Nach Angaben des Landkreises endet die Frist somit am 5. April nächsten Jahres, womit genug Zeit für die eventuell erforderliche Stichwahl am 8. März 2015 bliebe.

Gültig ist ein Wahlsieg bei der direkten Landratswahl nur, wenn der Sieger mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat. Diese Stimmen müssen von mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten kommen. „Gibt es dann, etwa aufgrund geringer Wahlbeteiligung, immer noch kein Ergebnis, wird die Frist verlängert und der Kreistag wählt“, erklärte Sprecher Ronny Wappler. Die Direktwahl war 2010 in Brandenburg eingeführt worden.