Runder Tisch:

Armen Kindern muss mehr geholfen werden

In den Urlaub fahren oder Freunde einladen: Für viele Mädchen und Jungen ist das wegen Geldmangel ein unerfüllbarer Traum. Wie die Politik das Problem bekämpfen will.

Die Söhne und Töchter von einkommensschwachen Eltern können bei vielen Aktivitäten nicht dabei sein.
Patrick Pleul Die Söhne und Töchter von einkommensschwachen Eltern können bei vielen Aktivitäten nicht dabei sein.

Von Armut betroffenen oder bedrohten Kindern in Brandenburg soll verstärkt geholfen werden. Hilfsangebote müssten besser vernetzt werden, sagte Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze (Linke) in Potsdam. Beim ersten Runden Tisch gegen Kinderarmut des Landes setzte sich die Ministerin für landesweite Beratungsstellen ein. „Die betroffenen Familien müssen wirklich die Hilfe erhalten, die ihnen zusteht und die ihnen weiter hilft“, betonte die Ministerin, die auch darauf hinwies, dass die Vielfalt der Angebote für Betroffene oft undurchschaubar sei.

Im Land Brandenburg gilt fast jedes vierte Kind als armutsgefährdet. Insgesamt etwa 84 000 Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren sind betroffen. Brandenburg liegt mit knapp 24 Prozent armer Kinder und Jugendlicher allerdings noch unter dem Durchschnitt der neuen Bundesländer mit immerhin 26 Prozent. Ein Elternpaar mit zwei Kindern ist von Armut bedroht, wenn monatlich weniger als 1873 Euro als gesamtes Haushaltseinkommen zur Verfügung stehen.

Schlechterer Start ins Leben

Der Sprecher der Brandenburger Landesarmutskonferenz, Andreas Kaczynski, betonte, es sei in den vergangenen Jahren trotz vieler Bemühungen nicht gelungen, Kinderarmut merklich zu verringern. „Sie stagniert.“ Arme Kinder hätten nachweislich einen schlechteren Start ins Leben. Bereits in den Kitas, aber auch in den Schulen und im Wohnumfeld sollte es deutlich mehr Beratungsmöglichkeiten geben. „Wichtig sind unbürokratische Hilfen“, sagte er.

Vertreter von Kommunen, Landkreisen, Unternehmen, Kammern, Verbänden und Stiftungen hatten sich zu dem Runden Tisch getroffen. Sie sollten für das Thema sensibilisiert werden. Weitere Zusammenkünfte, auch mit betroffenen Kindern und Jugendlichen, sind geplant.

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