Spitzentreffen in Potsdam:

Wie Brandenburg nun mit den Flüchtlingen umgehen will

Die Skepsis vor dem zweiten Asylgipfel war groß. Hinterher zeigten sich Teilnehmer begeistert. Wie die Politik das Engagement vieler Ehrenamtlicher für eine bessere Betreuung der Asylbewerber nutzen will.

Auch bei der Bildung sollen Freiwillige den Neuankömmlingen helfen.
Rainer Jensen Auch bei der Bildung sollen Freiwillige den Neuankömmlingen helfen.

Brandenburg will die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen verbessern und dafür das Landesaufnahmegesetz überarbeiten. Das kündigte Sozialminister Diana Golze (Linke) am Freitag nach dem zweiten Asylgipfel der rot-roten Landesregierung an. Unter anderem solle mit der Novellierung die Investitionsförderung für Wohnraum gesetzlich geregelt werden. Der Gesetzesentwurf soll nach der Sommerpause im Landtag beraten werden.

Rund 170 Vertreter von Flüchtlings- und Wohlfahrtsverbänden sowie Landtagsabgeordnete hatten an dem Treffen teilgenommen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte ein weiteres Treffen 2016 an. Zunächst seien nun die Ministerien gefordert, besprochene Dinge umzusetzen. So sollten vor allem Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien schnellstmöglich in Kitas, Schulen oder in eine Ausbildung kommen. Erwachsenen solle der Zugang zur Arbeitswelt möglichst früh ermöglicht werden. Die Unterbringung in Wohnungen statt Sammelunterkünften solle vorangebracht werden.

Internetseite „Ehrenamt und Flüchtlinge“ geplant

Woidke zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl ehrenamtlicher Projekte für Flüchtlinge. Mithilfe der Landesregierung sollen sie künftig besser vernetzt sein. Dazu soll auch eine neue Internetseite „Ehrenamt und Flüchtlinge“ beitragen. Ziel sei ein systematischer Überblick über die Angebote und Hilfen für Flüchtlinge.

Die Gespräche seien konstruktiv, partnerschaftlich und auf Augenhöhe gewesen, schilderte Martina Köppen vom Erzbistum Berlin-Brandenburg. „Der Gipfel war aus unserer Sicht ein Erfolg. Die Landesregierung hat umfangreich über den Stand der Dinge informiert“, meinte Ursula Nonnemacher, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag. Es habe sich gelohnt, dass Opposition und Verbände auf eine Beteiligung der zivilgesellschaftlichen Organisationen gedrängt hätten.