Angeregt von den Aborigines:

Wie ein Australien-Besuch eine Malerin prägt

Alexandra Liese hat Kunst und Betriebswirtschaft studiert. Sie arbeitete bei einer Fluggesellschaft und malte nebenbei. Eine Auszeit war dann ein Einschnitt. Warum sie sich anschließend als Kreative selbstständig gemacht hat.

Ihr jüngstes Projekt ist das Kinderbuch „Leos Traumreise“. Die Künstlerin Alexandra Liese ist begeistert vom traditionellen Stil der Aborigines.
Mirko Liese Ihr jüngstes Projekt ist das Kinderbuch „Leos Traumreise“. Die Künstlerin Alexandra Liese ist begeistert vom traditionellen Stil der Aborigines.

Alexandra Liese hat es geschafft. Drei Jahre, nachdem sie mit ihrem Atelier in Rangsdorf (Teltow-Fläming) den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat, kann sie ihren Lebensunterhalt mit bildender Kunst bestreiten. Das ist in dieser Branche eher die Ausnahme als die Regel, denn viele Kreative brauchen zumindest einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen.

„Ich bin froh, dass ich es gemacht habe“, sagt die Mutter von zwei Kindern heute. Damals habe sie nach der Geburt ihres zweiten Sohnes vor der Entscheidung gestanden, wie es weitergeht: Zurück in ihre Anstellung als Betriebswirtin bei der Fluggesellschaft Germania gehen oder in ihren Traumberuf Malerin wechseln. „Ich wollte mir nicht den Vorwurf machen, es als Künstlerin nicht zumindest versucht zu haben“, ist sie froh über ihre Wahl von 2011. Ihr war klar, dass sie damit nicht das Geld verdienen würde wie bei Germania.

Verkauf von Bildern reicht nicht für den Lebensunterhalt

Nur mit dem Verkauf von Bildern geht es natürlich nicht. Die Wahl-Rangsdorferin, 1974 in Moskau geboren und 1999 nach Deutschland übergesiedelt, verdient ihr tägliches Brot vor allem mit Malkursen. Kleinere und größere Kinder unterrichtet sie ebenso wie Führungskräfte aus Unternehmen, die über gemeinsame Aktivitäten außerhalb ihrer Arbeitstätigkeit zum Team zusammenwachsen wollen. Unter dem Titel Babybauchgestaltung bietet sie werdenden Müttern an, einen Gipsabdruck ihres Oberkörpers machen zu lassen, den Liese dann künstlerisch gestaltet – als Erinnerung an eine schöne Zeit.

Auch das mobile Internet macht sich die 40-Jährige zunutze. Für Smartphones und Tablets hat sie einen virtuellen Malkurs im Angebot, mit dem Interessenten in nur neun Schritten die wichtigsten Techniken lernen können, einfach Landschaftsbilder zu malen. Ihre besondere Leidenschaft ist allerdings das Malen im Dot Painting Stil (Deutsch: Punkt Mal Stil). Das Besondere: Die Bilder bestehen aus vielen kleinen Punkten, die sich am Ende doch zu ganzen Objekten zusammenfügen. Dieser Stil geht auf die Jahrtausende alte Maltradition der Aborigines, der Ureinwohner Australiens, zurück.

Inspiration durch eine Reise vor zwölf Jahren

„Ich habe 2002 eine große Australienreise gemacht“, berichtet Liese, „da ist mir aufgefallen, dass viele Aborigines am Rande der Gesellschaft leben, nicht selten sogar als Obdachlose. Ich habe mich gefragt, was sind das für Menschen, woher kommen sie.“ Seitdem interessiere sie sich für die Kultur der traditionellen Bewohner des fünften Kontinents und sei von deren Kunst regelrecht begeistert.

Ihre jüngsten Projekte sind Kinderbücher. Bereits erschienen ist das Buch „Leos Traumreise“ – sogar mehrsprachig auf Deutsch, Englisch und Russisch. Das Buch handelt von einer spannenden Geschichte über die Freundschaft zwischen Eualldo, einem Aborigine-Jungen, und Leo, einem Jungen aus Deutschland. Eualldo nimmt Leo mit auf eine unvergessliche Abenteuerreise durch Australien und führt ihn in die Geheimnisse der Kultur seines Volkes ein. Wie bei einer bildenden Künstlerin nicht anders zu erwarten, enthält das Buch zahlreiche Illustrationen von Kängurus, Koalas oder Schnabeltieren.

Seitdem „Leos Traumreise“ auf dem Markt ist, hat die Malerin und Autorin schon zahlreiche positive Reaktionen erhalten. Das hat die 40-Jährige ermutigt, sich gleich noch ein zweites Mal ins Abenteuer Kinderbuch zu stürzen. „Es geht wieder um die Aborigines und das faszinierend Ursprüngliche an ihnen“, sagt Liese. „Mehr verrate ich aber noch nicht.“

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