Vieles hängt von den Filmfördergeldern ab:

Wie lange gibt es noch großes Kino aus Babelsberg?

Von "Inglourious  Basterds" bis "Mockingjay Teil 2": Bei Filmemachern aus aller Welt haben die großen Studios in Potsdam einen guten Ruf. Nun aber scheint die Zukunft auf dem Spiel zu stehen.

Das Symbol „Mockingjay“ bei der Premiere der neuen Folge von „Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 “. Teil 2 wird in Brandenburg koproduziert, weil es dafür vier Millionen Euro staatliche Förderung gibt.
Britta Pedersen Das Symbol „Mockingjay“ bei der Premiere der neuen Folge von „Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 “. Teil 2 wird in Brandenburg koproduziert, weil es dafür vier Millionen Euro staatliche Förderung gibt.

Die Kürzung des Deutschen Filmförderfonds von 60 auf 50 Millionen Euro könnte nach Einschätzung von Studio Babelsberg dem Filmstandort Deutschland nachhaltig schaden. „Wenn es nächstes Jahr mit der Förderung eng wird, werden keine internationalen Koproduktionen mehr nach Deutschland kommen“, sagte Vorstand Christoph Fisser in Potsdam.

„Schon dieses Jahr haben wir nur wegen der Ankündigung von Kürzungen zwei Aufträge aus den USA verloren.“ Dabei bringe nach einer aktuellen Studie der Roland Berger Unternehmensberatung eine Million Euro Filmförderung mehr als 1,8 Millionen Euro Steuereinnahmen in die Bundeskasse – mithin ein gutes Geschäft für den Bund.

Weniger Geld vom Bund

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte die seit 2007 gewährte Förderung in Höhe von 60 Millionen Euro jährlich für kommendes Jahr auf nur noch 50 Millionen Euro gekürzt. Im Wahljahr 2013 wurden sogar 70 Millionen Euro Förderung gezahlt. In dem Jahr waren in Babelsberg unter anderem George Clooneys „Monuments Man“ mit 8,5 Millionen Euro und Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“ mit 3,2 Millionen Euro gefördert worden. Dieses Jahr erhielt „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2“ knapp vier Millionen Euro Förderung.

Die Brandenburger Landesregierung kündigte an, im Bundesrat für die Filmförderung kämpfen. „Wir werden uns für eine gemeinsame Initiative mit den Filmförderländern Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen im Bundesrat einsetzen“, sagte Thomas Kralinski, Bevollmächtigter Brandenburgs beim Bund. „Ziel ist es, dass die Filmförderung des Bundes nicht weiter abgesenkt, sondern eher wieder aufgestockt wird.“

Babelsberg-Vorstand Fisser warnte davor, dass die Filmproduktion wieder in andere Länder abwandern könne, in denen es mehr Förderung gebe.

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