Gegen alle Tricks gewappnet:

Wie Sie Taschendieben entgehen können

Vor allem in den Bahnen um und in Berlin wird immer häufiger gestohlen. Dabei gehen die Täter mit immer raffinierteren Tricks vor. Wann ist also höchste Vorsicht geboten?

Bundespolizistin Karin Schenk berät die Auszubildende Teresa Suhr, was sie beachten sollte.
Matthias Bruck Bundespolizistin Karin Schenk berät die Auszubildende Teresa Suhr, was sie beachten sollte.

Teresa Suhr trägt ihre Handtasche immer dicht bei sich, wenn sie mit der Regionalbahn, S- oder U-Bahn unterwegs ist. Ihr selbst wurde zwar noch keine Tasche geklaut. „In meinem Freundeskreis kenne ich aber jede Menge Leute, denen unterwegs schon mal was geklaut wurde“, sagt die 21-jährige Auszubildende. „Da passe ich schon auf.“

Und so hatte sie dann auch ein offenes Ohr für die Beamten der Bundespolizei, die am Dienstag auf dem Eberswalder Bahnhof für einen sorgsamen Umgang mit dem eigenen Gepäck warben.

Nur wenige Diebstähle werden aufgeklärt

Die Verfolgung der Täter sei schwierig, zumal diese immer öfter bandenmäßig und hoch organisiert vorgingen. „Da gibt es die Blocker und Rempler, die die potenziellen Diebstahlsopfer aufhalten oder anrempeln, dann gibt es die Klauer, die Abtransportierer, die die geklauten Taschen, Geldbörsen oder Handys vom Ort des Geschehens wegtransportieren. Und dann gibt es am Rande des Geschehens noch die Schmieresteher, die das Umfeld beobachten. Die Diebe arbeiten effektiv und hoch professionell“, berichtet Kai Ruddies von der Bundespolizei-Inspektion Angermünde.

Dagegen helfen nur absolute Aufmerksamkeit und große Umsicht. „So sollte man Handys oder Portemonnaies nie sichtbar in die Außennetze von Rucksäcken stecken, auch die Brieftasche in der Gesäßtasche ist keine gute Idee. Und wer eine Handtasche trägt, sollte immer die Hand drauf haben. Und wenn einem im Gedränge jemand sehr nahe kommt, ist ganz besonders doppelte Aufmerksamkeit gefragt“, erläutert Ruddies. Und man sollte sich mit den Tricks der Taschendiebe vertraut machen, um sie rechtzeitig zu erkennen.

Die Täter haben eine Reihe von Tricks auf Lager

Da ist der sogenannte Antanz-Trick, bei dem Personengruppen, meist aus zwei bis sechs Personen bestehend, zu tanzen und zu feiern beginnen. Dabei nähern sie sich dem potenziellen Opfer, suchen den engen Körperkontakt und animieren ihn, mitzutanzen. Derart abgelenkt, merkt es oft nicht, dass die anderen schon dabei sind, in seinen Taschen nach Wertsachen zu suchen. Beim sogenannten Anrempel-Trick wird das Opfer im Gedränge angerempelt oder in die Zange genommen. Ähnlich funktioniert der Drängel-Trick, bei dem der Taschendieb unangenehm dicht an das Opfer heranrückt.

Beim Klopfer-Trick sind zwei Täter zugange: Einer geht am Bahnsteig einen haltenden Zug entlang und klopft gegen die Scheibe, weil er eine Auskunft will. Sein Komplize ist im Waggon und entwendet dem durch den „Klopfer“ abgelenkten Fahrgast die Tasche. Beim Schlitzer-Trick werden die Gesäßtaschen der Opfer mit einer Rasierklinge oder Messer aufgeschlitzt, um das darin befindliche Portemonnaie zu klauen. „Wer die Tricks kennt, kann sich besser dagegen schützen“, sagt Ruddies.

 

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