Blei, Kuper und Radioaktivität:

Wie stark ist Wild mit Giften belastet?

Wildfleisch aus der Mark ist nicht strahlenverseucht. Das zumindest versichert das zuständige Ministerium. Andere Rückstände wurden aber dennoch gefunden.

Jährlich werden Stichproben aus Fleisch und Organen entnommen. In den meisten Fällen soll alles in Ordnung sein. Aber nicht in allen.
Patrick Pleul Jährlich werden Stichproben aus Fleisch und Organen entnommen. In den meisten Fällen soll alles in Ordnung sein. Aber nicht in allen.

In Brandenburg gibt es keine Hinweise auf eine radioaktive Belastung von Wildtieren. Das geht aus einer Antwort von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag hervor. Danach wurden 2013 insgesamt zehn Wildfleischproben und 2014 bisher neun Proben nach dem Strahlenschutzvorsorgesetz (StrVG) untersucht. Die festgestellten Messwerte für Cäsium 137 hätten seit 1994 bis heute stets unter dem von der EU festgelegten Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilo Frischmasse gelegen, hieß es.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden untersuchten Wildfleisch aus Brandenburg jährlich auch auf Umweltkontaminanten wie Blei, Cadmium, Kupfer und Quecksilber. 2014 wurden dabei laut Ministerium vereinzelt Überschreitungen der Höchstmenge für Quecksilber und Cadmium in den untersuchten Organen von Wildschweinen und Rotwild gefunden. Die genauen Ursachen der Rückstandsbelastung hätten nicht ermittelt werden können, da der Lebensraum von Wildtieren "nicht direkt eingrenzbar" sei.

In der Anfrage hatte sich ein SPD-Abgeordneter nach der Qualität von märkischem Wildfleisch erkundigt, das sich wachsender Beliebtheit in der Gastronomie erfreue. Minister Vogelsänger erklärte, die Landesregierung fördere hier den Aufbau regionaler Vermarktungsstrukturen. Als Beispiel nannte er verschiedene Imagekampagnen zum Lebensmittel Wild.