Interview mit Dietmar Woidke:

Wird die Uckermark zu einem Anhängsel?

Brandenburgs Ministerpräsident ist zurück von seiner Dienstreise in die Niederlande. Sehr positive Gespräche habe man dort mit Investoren geführt, sagt er. Am Sonntag wird Woidke zum Abschluss der Landesgartenschau in Prenzlau reden. Lars Friedrich hat mit ihm über die Laga und die Zukunft der Region gesprochen.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)
Bernd Settnik Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)

Sehr positiv dürfte auch Ihr Fazit zur Laga am Sonntag ausfallen.

Ich freue mich sehr darauf, wieder in Prenzlau zu sein – und hoffe auf schönes Wetter. Zur Eröffnung waren die Bedingungen ja noch so, dass man eher von weißer Pracht als von grüner Wonne sprechen konnte. Doch dann ist die Laga zu einem Riesenerfolg geworden und hat alle Erwartungen übertroffen. Respekt dafür und ein großes Dankeschön an die Stadt, den Landkreis und alle anderen Helfer. Es stimmt schon, was gesagt wird: Früher war Prenzlau eine Stadt im Grünen, inzwischen ist es eine grüne Stadt.

Trotz des Erfolgs war zu hören, dass die Landesgartenschauen in Brandenburg bis 2019 ausgesetzt werden sollen.

Die Konzentration des Landes liegt jetzt erst mal auf der Bundesgartenschau im Havelgebiet im Jahr 2015. Dann folgt die IGA in Berlin 2017. Und dann werden wir sehen. Aber eines kann ich versprechen: Mit mir wird es definitiv weitere Landesgartenschauen geben. Es gibt aus meiner Sicht kein grüneres Infrastrukturprogramm, das uns als Landesregierung zur Verfügung steht. Der Zeitpunkt hängt allerdings auch davon ab, wie sich Bewerberstädte aufstellen. Auch Prenzlau musste sich mehrere Jahre vorbereiten. Am Ende müssen die Dinge auch so passieren wie in Prenzlau, damit es einen nachhaltigen Effekt für die Ausrichterstadt gibt. Das schüttelt man nicht mal eben aus der Hand. Und Bewerber wollen natürlich auch wissen, wie sich die Finanzierung zusammensetzt. Derzeit ist zum Beispiel noch unklar, wie es mit der europäischen Förderung weitergeht. Vielleicht kann man im nächsten oder übernächsten Jahr schon etwas Näheres sagen.

Im nächsten Jahr dürfte Ihre Konzentration außerdem auf dem Landeswahlkampf liegen. Die brandenburgische CDU sieht sich nach den Ergebnissen der Bundestagswahl im Aufwind. Brauchen Sie deswegen weiterhin unbedingt die Unterstützung von Matthias Platzeck, um möglichst viele SPD-Wähler zu halten?

Mal der Reihe nach. Die Umfragen im Land sind eindeutig: Die SPD ist die stärkste Kraft in Brandenburg, daran wird sich auch nichts ändern. Bei der Bundestagswahl wurde nicht die Landes-CDU gewählt, sondern die Kanzlerin Merkel. Trotzdem bin ich sehr, sehr froh, dass sich Matthias Platzeck weiter in der Landespolitik engagieren wird. Er hat damals seinen Wahlkreis von Potsdam in die Uckermark verlegt, um dem ländlichen Raum Brandenburgs mehr Gewicht und Stimme zu geben. Das ist gut! Und deshalb freue ich mich sehr, dass er sich bereit erklärt hat, wieder für die SPD in der Uckermark zu kandidieren.

Apropos mehr Gewicht und Stimme für den ländlichen Raum: Ihr offizieller Antrittsbesuch in der Uckermark steht noch aus. Bei diesem werden Sie dann vermutlich mit den Vertretern des Landkreises auch über die Empfehlungen der Enquetekommission zur Kommunalreform reden. Einige fürchten, dass Prenzlau früher oder später den Status als Kreisstadt verliert und die Uckermark in der Folge zu einem Anhängsel Barnims werden könnte.

Natürlich wird auch das ein Thema sein. Aber eines ohne Entscheidung, denn dieser Diskussionsprozess für die beste Lösung wird noch Jahre andauern. Nur die Entwicklung kann keiner ignorieren: In Berlin ferneren Regionen wird es bis zu 30 Prozent weniger Bevölkerung bis zum Jahr 2030 geben. In der Region nahe Berlin steigen dagegen die Bevölkerungszahlen. Das ist eine große Herausforderung für unser Land. Und der müssen wir uns stellen. Ich selber wohne in einer jetzigen Kreisstadt, der Stadt Forst in der Lausitz, daher kann ich die Diskussion nachvollziehen. Aber am Ende geht es nicht darum, wo ein Verwaltungssitz ist, sondern darum, Bürger und Wirtschaft auch in Zukunft möglichst überall und in guter Qualität zu betreuen.

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