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Wissenschaftler schlagen Alarm

Die Allergiepflanze Ambrosia breitet sich immer mehr aus. „Ohne politische Hilfe kriegen wir das Problem nicht in den Griff“, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin, zum Abschluss einer Konferenz. „Wir fordern bundesweit eine Melde- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia.“

Ein Forstwirt beseitigt Ambrosia-Pflanzen.
Patrick Pleul Ein Forstwirt beseitigt Ambrosia-Pflanzen.

 Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker. Oft entwickeln sich Reaktionen auf Ambrosia jahrelang schleichend. Rund 500 Berliner Ärzte haben laut Dümmel in den vergangenen Jahren 4500 Allergietests ausgewertet. „Danach reagieren schon 12 bis 13 Prozent der Berliner sensibel auf Ambrosia, und 5 Prozent haben die Allergie bereits.“ Je mehr sich die Pflanze ausbreite, desto mehr wachse auch das Allergie-Risiko.

Ein Aktionsprogramm wie in Berlin zeige zwar Wirkung, reiche aber nicht mehr aus. Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker. Zwei Tage lang haben Biologen, Mediziner, Geologen, Meteorologen sowie Land- und Forstwirte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Berlin und Brandenburg ihr Wissen über Ambrosia ausgetauscht. „Das ist unser letzter Hilferuf“, sagt Dümmel. „Wir haben jetzt genug geforscht. Jetzt muss etwas passieren.“

Bislang habe nur die Schweiz konsequent die Notbremse gezogen. Seit 2005 gebe es dort eine Melde- und Bekämpfungspflicht. „Die haben da jetzt kein Ambrosia-Problem mehr.“