Tag des Städteumbaus:

Wo der Stadtwandel in der Mark begann

Am Sonnabend stellen die Städte ihren baulichen Wandel zur Schau. Schwedt gehört ganz besonders zu den betroffenen Kommunen.

Die Schwedter feiern, dass ihre Stadt durch den Umbau viel attraktiver geworden ist.
Matthias Bruck Die Schwedter feiern, dass ihre Stadt durch den Umbau viel attraktiver geworden ist.

Für die erste Platte, die 1999 abgerissen wurde, hatten die Schwedter Stadtväter noch die Abrissbirne schwingen lassen. Doch mehr als große Löcher in den Beton schlug sie nicht. „Wir waren ja noch unerfahren“, erinnert sich der Schwedter Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD). Erst später griffen die Abrissunternehmen zu den Hydraulik-Zangen, die sich schnell bewährten, weil sie in beeindruckend großer Geschwindigkeit die Plattenbauten Platte für Platte abknabberten. Knapp 16 Jahre später blickt Polzehl anlässlich des bundesweiten Tages des Städteumbaus an diesem Sonnabend zurück.

Wie gewaltig das Abriss- und Umbauprogramm für die Oderstadt werden würde, konnte damals, als die erste Platte in der Leverkusener Straße krachend zu Boden ging, niemand erahnen. 6500 Wohnungen wurden seitdem abgerissen, ein kompletter Stadtteil am Rande der Stadt verschwand – inzwischen wurden hier 100 000 Sämlinge ausgebracht, hier entsteht ein neuer Mischwald.

80 Millionen Euro für den Stadtumbau

Andere Stadtteile wurden komplett saniert und umgebaut, insgesamt flossen
80 Millionen Euro in den Stadtumbau, „auch das ist eine Dimension, die 1999 noch niemand erahnte“, erinnert sich der Bürgermeister.

Denn als die erste Platte fiel, nahm die Stadt das noch auf die eigene Kappe. Ein Förderprogramm für den Stadtumbau gab es damals noch nicht, vielmehr sperrte sich die offizielle Politik noch gegen den Plattenbauabriss. Der damalige brandenburgische Bau- und Verkehrsminister Hartmut Meyer (SPD) hatte verkündet, er sei ein Bau- und kein Abrissminister. Doch die Schwedter hatten seit Mitte der 90er Jahre mit einem massiven Bevölkerungsverlust zu kämpfen.

Leerstand wurde immer größer

Zwar gab es die großen Industriebetriebe – Raffinerie und Papierfabrik – noch; diese hatten ihre Belegschaftszahlen aber drastisch reduziert. 1997 schlugen die Schwedter erstmals öffentlich Alarm und verlangten Hilfe. Damit waren sie bundesweit die Ersten, die auf den Notstand Leerstand aufmerksam machten und Fördermittel für den Abriss verlangten. Vier weitere Jahre sollten vergehen, ehe der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) das Stadtumbauprogramm ins Leben rief. Zuvor hatte er sich die Schwedter Plattenbausiedlungen angesehen und den akuten Handlungsbedarf erkannt.

„Wir können mit Fug und Recht sagen, dass wir attraktiver geworden sind“, stellt Polzehl 16 Jahre nach Beginn der Arbeiten fest.

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