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Wo eine Stadt ihrer neuen Polizeiwache entgegenfiebert

Die Dienststelle der Polizeiinspektion Oberhavel gilt schon lange als Ruine. Für die nahe Zukunft ist endlich Abhilfe in Sicht.

Die Wache in Oranienburg ist zurzeit noch in einem unsanierten Plattenbau untergebracht.
Bernd Settnik Die Wache in Oranienburg ist zurzeit noch in einem unsanierten Plattenbau untergebracht.

Die Tage von Brandenburgs baufälligster Polizeiwache sind gezählt: Am 1. Januar 2017 sollen die Beamten der Polizeiinspektion Oberhavel endlich in eine neue Dienststelle in Oranienburg einziehen. Am Montag starten die Sanierungs- und Umbauarbeiten an einem ehemaligen Schulgebäude, dass der Landkreis der Polizei zur Verfügung stellt. Knapp zehn Millionen Euro lässt sich Oberhavel dies kosten, teilte die Kreisverwaltung mit. Das Land mietet im Anschluss die Räume langfristig an.

„Mehr als 13 Jahre mussten die Beamten auf Abhilfe warten“, kritisierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Schuster. Schon seit dem Jahr 2002 werde nach einer neuen Lösung gesucht. Im Zuge der Polizeireform seien 2010 die Pläne für einen Neubau in Oranienburg gestoppt worden, sagte er.

Alte Wache im DDR-Plattenbau

Die alte Wache in einem alten Plattenbau aus DDR-Zeiten in der Oranienburger Innenstadt gilt sogar deutschlandweit als eine der marodesten Polizeidienststellen überhaupt. „Bröckelnder Putz von den Decken ist nur das geringste Problem“, erklärte Schuster. Manche Gebäudeteile seien sogar schon baupolizeilich komplett für den Publikumsverkehr gesperrt worden, weil befürchtet werden müsse, dass die Decken einstürzen.

„Beamte müssen hier aber immer wieder durch. Das ist eine absolute Katastrophe“, so der Gewerkschafter empört. Weil es in dem Gebäude zudem nicht genügend Zimmer gibt, musste sich darüber hinaus der Kriminaldauerdienst im Zellentrakt der Inspektion in einigen Räumen einrichten.