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Wo schon bald Flüchtlinge einziehen

Der Strom der Asylsuchenden reißt nicht ab. Deshalb braucht das Land neue Möglichkeiten für die Unterbringung. Manche Anwohner sind beunruhigt. Wie der Innenminister dem entgegentritt.

Innenminister Schröter (SPD) sah sich die neue Einrichtung an.
Bernd Settnik Innenminister Schröter (SPD) sah sich die neue Einrichtung an.

Aufklärung und Information sind nach Überzeugung von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) unverzichtbar bei der Flüchtlingspolitik. Der Meinungsaustausch sei Grundlage dafür, den Menschen Ängste zu nehmen, sagte Schröter am Montag in Ferch (Potsdam-Mittelmark) bei der Eröffnung einer neuen Unterkunft für Asylsuchende. Mit Blick auf Anti-Islam-Bewegungen wie „Pegida“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden sei das Gespräch wichtig, sagte Schröter.

Brandenburg hat in der Gemeinde am Schwielowsee ein ehemaliges Wohnheim der Bundeswehr für Flüchtlinge umgebaut. Etwa 50 Menschen werden am 22. Dezember in der Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende in Ferch erwartet. Anfang 2015 sollen etwa
100 Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht werden können, im Sommer bis zu 280 Menschen. Entsprechende Bauarbeiten laufen noch. Die Kosten für die erste Stufe des Ausbaus liegen laut Behörden bei einem Betrag von maximal 100 000 Euro.

Entlastung für Heim in Eisenhüttenstadt

Die Unterkunft sei wichtig, um die angespannte Situation in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zu entschärfen, sagte Schröter. Dort sind derzeit etwa 1300 Menschen untergebracht – ausgerichtet ist der Standort dort allerdings lediglich für 500 Personen. „Für eine Erstaufnahme ist dieses Objekt geeignet, für eine dauerhafte Unterbringung aber nicht“, räumte der Innenminister ein.

Das Wohnheim liegt fernab von den umliegenden Orten Glindow, Geltow oder Caputh in einem Gewerbegebiet. Kitas oder Schulen seien zu weit weg, auch am öffentlichen Nahverkehr mangele es, so Schröter. Es sei aus seiner Sicht jedoch nicht sinnvoll, derartige Gebäude leerstehen zu lassen, wenn andernorts Zelte aufgestellt werden müssten, um die Menschen unterzubringen.

Maximal drei Monate sollen die Flüchtlinge in der Erstanlaufstelle bleiben. Danach müssen sie auf andere Unterkünfte der Kommunen verteilt werden. Die Situation rund um die Flüchtlinge sei derzeit das wichtigste Thema für ihn. „Wenn das nicht funktioniert, kommen wir in eine turbulente Situation“, meinte der Minister.