Erstmals seit der Wiederansiedlung:

Wölfe töten Kälber

Fast 200 Jahre lang waren die Tiere in Deutschland ausgerottet. Seit 2007 sind sie im Süden Brandenburgs ansässig. Nun wurde eine Viehherde angegriffen.

In Brandenburg leben derzeit zwölf Wolfsrudel, zwei Paare und zwei Einzeltiere.
David Ebener In Brandenburg leben derzeit zwölf Wolfsrudel, zwei Paare und zwei Einzeltiere.

Drei Kälber wurden getötet, mehrere verletzt, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Donnerstag auf Anfrage. Bislang hätten Wölfe nur Schafe gerissen. Nach ersten Erkenntnissen und einem Medienbericht hatte diese Woche eine Wolfsfamilie Viehherden rund um Brück (Potsdam-Mittelmark) angegriffen. Die Kälber wurden zum Teil vor Ort gefressen oder in Verstecke geschleppt. Im betroffenen Gebiet halten etwa 35 Bauernhöfe knapp 2900 Kühe und Kälber.

"Jetzt muss so schnell wie möglich ein richtiger Schutz für die Herden gefunden werden", sagte Freude. Die Zäune sollten zusätzlich mit Elektro-Drähten ausgestattet werden. Eine einzige Leitung, wie meist üblich in 85 Zentimeter Höhe, reiche nicht aus. Der Geschäftsführer des Landesbauernbundes, Reinhard Jung, warnte vor den finanziellen Folgen. Müssen weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, verteure sich die Weidehaltung. "Wir wollen den Wolf nicht ausrotten und töten, nur vergrämen. Er soll im Wald bleiben und seine Nase nicht herausstrecken."

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