Platzeck zurückgetreten:

Woidke ist Brandenburgs neuer Landeschef

Der Wechsel an Brandenburgs Regierungsspitze ist perfekt. Der Landtag hat Dietmar Woidke zum Nachfolger des gesundheitlich angeschlagenen Platzeck gewählt.

Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (l.) und sein Nachfolger Dietmar Woidke (beide SPD).
Kay Nietfeld Brandenburgs Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (l.) und sein Nachfolger Dietmar Woidke (beide SPD).

Brandenburgs bisheriger Innenminister Dietmar Woidke (SPD) ist vom Landtag zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der Nachfolger des zuvor aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Regierungschefs Matthias Platzeck (SPD) erhielt 59 von 87 abgegebenen Stimmen. Damit hat er vier Stimmen mehr erhalten als die Rot-Rote Koalition zusammen hat. Die Abstimmung erfolgte in geheimer Wahl. Woidke war einziger Kandidat. Er wurde direkt nach der Wahl vereidigt.

Zuvor hatte sein Parteigenosse Matthias Platzeck - nach elf Jahren an der Spitze des Landes - seinen Rücktritt erklärt. Der 59-Jährige beugte sich seiner angeschlagenen Gesundheit, die ihn bereits vor sieben Jahren zum Rücktritt als SPD-Bundesvorsitzender gezwungen hatte.

Nach dem offiziellen Teil zeigte der Ex-Regierungschef seinem Wunschnachfolger die Büroräume in der Potsdamer Staatskanzlei. „Ich gehe mit großem Elan an die Arbeit“, sagte Woidke dabei. Die Verkündung des Wahlergebnisses sei für ihn ein erhebender Moment gewesen. Platzeck bemerkte bei der Amtsübergabe kurz und knapp: „Das war's.“

In einer Bilanz seiner 23 Jahre in der Landesregierung beziehungsweise als Potsdamer Oberbürgermeister bemerkte er: „Brandenburg ist heute ein modernes Land.“ Natürlich gebe es weiterhin Probleme. „Aber die Fundamente sind stabil, die Strukturen sind wehrhaft.“ Zugleich lobte Platzeck seinen Nachfolger: Brandenburg sei bei Woidke in besten Händen. Das Land bekomme mit ihm den „topfitten Ministerpräsidenten“, den es brauche.

Nach der Rede applaudierten die Landtagsabgeordneten dem abgetretenen Regierungschef minutenlang. Er will sein Landtagsmandat behalten und nahm in der ersten Reihe bei der SPD-Fraktion Platz. Am Montag hatte er den Vorsitz der Landes-SPD nach 13 Jahren an Woidke abgetreten.

Der frisch gewählte 51-jährige Regierungschef sagte nach seiner Wahl, er habe „riesengroßen Respekt“ vor der neuen Aufgabe. „Das sind sehr, sehr große Schuhe, in die ich da trete.“ Platzeck sei ein herausragender Ministerpräsident gewesen. „Ich kann ihn nicht kopieren.“ Seine eigene Wahl sei deutlich besser ausgefallen als er es erwartet habe, freute sich Woidke: „Das ist ein tolles Ergebnis.“

Nach seiner Vereidigung ernannte der neue Regierungschef das zuvor formal entlassene Kabinett neu. Nur auf einem Posten gab es eine Veränderung: Der bisherige SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher übernahm das bisher von Woidke geführte Innenministerium. Nur wenig später wurden die Minister in ihrem Ämtern vereidigt.

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