Entwicklung seit 1996:

Zahl der Abtreibungen deutlich zurückgegangen

Mehr und mehr Schwangere entscheiden sich nach einer Beratung dafür, ihr Kind auszutragen. Eine bestimmte Gruppe von Frauen bildet eine Ausnahme.

In Prenzlau ließen 2015 rund 1000 Polinnen ihre Schwangerschaft abbrechen.
Felix Heyder In Prenzlau ließen 2015 rund 1000 Polinnen ihre Schwangerschaft abbrechen.

Schwangerschaftsabbrüche im Land Brandenburg sind in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel zurückgegangen. Die Zahl der Abtreibungen bei Frauen mit Wohnsitz in der Mark sank von rund 4350 im Jahr 2005 auf etwa 3280 im vergangenen Jahr, wie das Gesundheitsministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag mitteilte. 1996 ließen hingegen noch rund 5650 Brandenburgerinnen abtreiben.

Deutlich höher ist die Zahl der in Brandenburg vorgenommenen Schwangerschaftsabbrüche. Sie lag im vergangenen Jahr bei 3724. Das waren 41 mehr als im Jahr 2014. Darin eingeschlossen sind Abtreibungen von Frauen, die aus anderen Bundesländern oder sogar aus dem Ausland zu dem medizinischen Eingriff nach Brandenburg kommen.

Es kommen auch viele Polinnen, in deren Heimatland es für Abtreibungen hohe rechtliche Hürden gibt. Der polnischstämmige Gynäkologe Janusz Rudzinski, der am Krankenhaus Prenzlau (Uckermark) arbeitet, sagte auf Anfrage, er habe allein im vergangenen Jahr bei rund 1000 polnischen Frauen Abtreibungen vorgenommen. Im Jahre 2009 seien es lediglich rund 300 gewesen.

Nach Beobachtung der Schwangerenkonfliktberatung Pro Familia ist der bundesweite Rückgang der Abtreibungen vor allem darauf zurückzuführen, dass Sexualaufklärung und Informationen über Verhütungsmittel verbessert wurden, wie eine Sprecherin sagte.

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