Studie "Betriebspanel 2015":

Zahlen der Unternehmen widerlegen Befürchtungen zum Mindestlohn

Der märkischen Wirtschaft geht es derzeit gut. Dass nun in einigen Branchen mehr Lohn gezahlt werden muss, änderte daran einer Umfrage zufolge nichts. Es gibt aber auch Schattenseiten.

Viele Brandenburger haben mehr Lohn erhalten. Für rund 140 000 von ihnen lag das an der Einführung des Mindestlohns.
Jens Büttner Viele Brandenburger haben mehr Lohn erhalten. Für rund 140 000 von ihnen lag das an der Einführung des Mindestlohns.

Die Wirtschaft in Brandenburg ist gut in Schwung: Zu diesem Schluss kommt die Studie „Betriebspanel Brandenburg 2015“, die Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) am Donnerstag in Potsdam vorstellte. Als Indizien führt die Untersuchung den Zuwachs an Unternehmen, mehr sozialversicherungspflichtige Jobs und einen verstärkten Weiterbildungsbedarf an. So gab es Mitte 2015 landesweit rund 66 800 Betriebe, 50 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung wird mit rund 963  000 ausgewiesen. Im Zehn-Jahres-Vergleich ist das ein Plus von 14 Prozent.

Dieses gute Klima wirkte sich auch auf die Lohntüten der Beschäftigten aus. Im Schnitt wurden pro Monat und Arbeitnehmer 2120 Euro gezahlt, 100 Euro mehr als im Vorjahr. Der Brutto-Durchschnittslohn kletterte 2015 auf 78 Prozent des Westniveaus; das sind im Vergleich zu 2014 drei Prozent mehr. „Diese Steigerung hat auch etwas mit der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro die Stunde zum 1. Januar 2015 zu tun“, unterstrich Golze. Mehr als 140  000 Beschäftigte profitierten zwischen Elbe und Oder von dieser Entwicklung. Die Linkspolitikerin hob in diesem Zusammenhang hervor, dass es nicht zu den von den Kritikern vorhergesagten Szenarien gekommen sei. „Trotz Einführung des Mindestlohns belegen die Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2015 sogar einen Anstieg der Beschäftigung insgesamt.“

Gute Nachrichten für angehende Azubis

Allerdings haben märkische Betriebe immer größere Probleme, freie Stellen mit geeignetem Fachpersonal nachzubesetzen. In den ersten sechs Monaten waren 66  000 Stellen ausgeschrieben, von denen 20  000 unbesetzt blieben. Die Nichtbesetzungsquote kletterte von 2014 auf 2015 um sechs Punkte auf 31 Prozent – der höchste Wert in Ostdeutschland. Golze wollte jedoch nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel sprechen. Besonders betroffen von dieser Entwicklungen seien Kleinstbetriebe. Das Land leiste Hilfestellung, in dem es etwa betriebliche Weiterbildung fördere.

Erfreuliches vermeldet das Betriebspanel aus dem Ausbildungssektor: Zwei Drittel aller Azubis, die ihre Ausbildung erfolgreich abschlossen, wurden von übernommen. Aber die Suche der Unternehmen nach geeigneten Lehrlingen wird immer schwieriger.

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