Urteil frühestens am 6. Mai:

Zusätzlicher Zeuge nach Anschlag auf Flüchtlingsheim

Der Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Sachsen-Anhalt sorgt für Schlagzeilen. Ermittler meinen, dass es in Brandenburg vor mehr als zwei Jahren einen ähnlichen Fall gab.

Der Angeklagte (links, verdeckt) bestreitet die Tat.
Bernd Settnik Der Angeklagte (links, verdeckt) bestreitet die Tat.

Im Prozess um einen Brand in einem geplanten Asylbewerberheim in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) soll ein weiterer Zeuge gehört werden. Das Amtsgericht Potsdam folgte damit am Donnerstag einem Antrag der Verteidigung. Der Mann soll am 29. April vernommen werden, teilte Richterin Constanze Rammoser-Bode mit. Ein Urteil ist demnach frühestens am 6. Mai möglich. Ursprünglich war es für Donnerstag erwartet worden.

Angeklagt ist ein 30-Jähriger aus Falkensee (Potsdam-Mittelmark). Der Mann bestreitet die Tat. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er jedoch in der Neujahrsnacht 2013 in dem damals leerstehenden Gebäude der Beelitzer Heilstätten Feuer gelegt, um den Einzug der Flüchtlinge zu verhindern.

Der Angeklagte war in der Tatnacht auf einer Silvesterfeier in der Nähe des Tatorts. Spuren und Zeugenaussagen führten einen Monat nach dem Brand zu ihm. Ein Polizist wird nun noch befragt. Er hatte einen Bekannten des Angeklagten vernommen.

Anwohner hielt es für Feuerwerkskörper

Ein Großteil der anderen Menschen aus dem Umfeld des Angeklagten hat eine Aussage vor Gericht verweigert, weil die Staatsanwaltschaft gegen sie wegen Falschaussagen ermittelt. Eine Frau berichtete jedoch, sie habe beobachtet, wie der Angeklagten in das Haus einstieg.

Ein Anwohner hatte damals die Feuerwehr gerufen. "Ganz ehrlich: Meine erste Befürchtung war, ob da Feuerwerkskörper von uns in das Gebäude gefallen sein könnten", räumte er vor Gericht ein. Der 27-Jährige hatte am Tatort Menschen gesehen. "An die Person kann ich mich aber nicht erinnern", sagte er mit Verweis auf den Angeklagten.

Laut einem Gutachter ist in dem Gebäude an zwei Stellen Feuer gelegt worden. Ungeachtet der Brandstiftung wurde das Gebäude saniert. Es wird seit etwa zwei Jahren für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. Derzeit leben dort 38 Menschen, wie eine Sprecherin des Landkreises Potsdam-Mittelmark mitteilte.

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