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Zweites Zeltlager für Flüchtlinge aufgebaut

In der Erstaufnahmeeinrichtung ist kein Platz mehr. Unterkunft bietet nun ein weiteres Notquartier. Das ist jedoch keine dauerhafte Lösung. Zum Herbst soll sich das ändern.

Das Deutsche Rote Kreuz hat das neue Quartier aufgebaut und betreibt es.
Bernd Settnik Das Deutsche Rote Kreuz hat das neue Quartier aufgebaut und betreibt es.

Ein zweites Notquartier mit etwa 70 Zelten für Flüchtlinge ist am Samstag in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) aufgestellt worden. Die ersten Menschen sollen kommenden Dienstag die Unterkünfte beziehen. Die Zelte mit Feldbetten und Schlafsäcken sind für etwa 500 Flüchtlinge gedacht. Vor gut einer Woche öffnete in Eisenhüttenstadt bereits ein erstes Zeltlager.

Die Unterbringung der steigenden Zahl von Asylbewerbern werde zunehmend zum Problem, sagte Innenstaatssekretär Matthias Kahl in der Erstaufnahmeeinrichtung der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt. "Es ist ein Ausmaß erreicht worden, das dieses System sprengt." Die derzeitige Unterbringung sei sicherlich nicht optimal. "Es gibt im Moment aber keine bessere Lösung", sagte er. Zum Winter sollen dauerhafte Außenstellen der Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt entstehen: in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) sind bis Dezember 400 Plätze geplant, in Wünsdorf (Teltow-Fläming) 500. Dafür werden ehemalige Kasernen hergerichtet.

Dieses jahr werden 14 000 Menschen erwartet

Das neue Notlager betreibt das Deutsche Rote Kreuz. Zur Verfügung steht auch ein Sanitärcontainer. Eine ehemalige Halle dient als Kantine. Von den ankommenden Flüchtlingen werden in Eisenhüttenstadt zunächst die Personalien aufgenommen. Außerdem werden sie medizinisch untersucht. Durchschnittlich verbringen die Menschen in Brandenburg 67 Tage in der Erstaufnahmeeinrichtung, ehe sie auf die Landkreise verteilt werden.

Pro Woche kommen in Brandenburg etwa 500 Flüchtlinge an – meist aus dem West-Balkan und dem Nahen und Mittleren Osten. Im ersten Halbjahr sind bereits knapp 6000 Flüchtlinge angereist. Insgesamt werden in diesem Jahr 14 000 Menschen erwartet.