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AfD-Landeschef verurteilt Tomaten-Würfe auf Merkels Auto

Mit Beschimpfungen und Tomaten wurde die Bundeskanzlerin am Freitag in Wolgast empfangen, unter den Demonstranten waren auch AfD-Anhänger. Nun hat sich Leif-Erik Holm zu den Protesten geäußert.

Leif-Erik Holm, Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Stralsund.
Stefan Sauer Leif-Erik Holm, Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Stralsund.

Der Chef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hat die lautstarken Proteste gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Wolgast als legitime Form der Meinungsäußerung bezeichnet. Die Tomatenwürfe auf Merkels Auto verurteilte er dagegen. „Das geht natürlich gar nicht“, sagte Holm am Montag.

Protestrufe müssten die etablierten Parteien in einer Demokratie allerdings aushalten. Merkel war am Freitag in Wolgast mit Rufen wie „Hau ab“ und „Volksverräter“ beschimpft worden. Zudem wurde ihr Auto bei der Einfahrt mit Tomaten beworfen. Unter den etwa 150 Demonstranten waren Anhänger der AfD. Holm wird dem gemäßigten AfD-Flügel zugerechnet.

Merkel kritisierte die Störer als intolerant

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte die Störaktionen zuvor bereits verurteilt. „Da darf man friedlich protestieren. (...) Aber was nicht geht, ist diese Grenzüberschreitung, die Krawallmacherei“, sagte sie in Rostock.

Einen Tag nach ihrem Besuch in Wolgast hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, Politiker müssten sich gegen Anfeindungen und Störaktionen stärker wehren und Präsenz zeigen. Sie müssten „gerade in die Orte gehen, wo Menschen mutig sind und sich dem trotzdem entgegenstellen“, sagte Merkel am Samstagabend in Berlin. „Da muss die Politik auch Flagge zeigen.“

Im Augenblick begegneten ihr auf Wahlveranstaltungen viele „von der AfD und der NPD, einfach mit dem Ziel, andere Menschen beim Zuhören zu stören“, berichtete Merkel. Das habe mit Toleranz wenig zu tun. „Das ist eine Art von Intoleranz, die sehr, sehr schwierig ist.“

 

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Kommentare (1)

Die Reporter wissen doch sonst immer alles, warum in diesen Falle nicht die Wahrheit, die Tomaten hat ein 13 Jahre altes Kind auf das Auto geworfen ist doch wohl kaum ein AfD Mitgiied und auch nicht strafmündig. Aber erstmal die AfD unter Generalverdacht stellen. Warum die Leute auf die etablierten Parteien nicht gut zu sprechen sind liegt daran das sie sich einen Dreck um die Sorgen und Nöte kümmern.