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Staat zahlt länger Unterhalt für Alleinerziehende

Wenn sich ein Elternteil vor dem Unterhalt drückt, springt der Staat ein. Bisher war damit allerdings nach sechs Jahren Schluss. Wenige Wochen vor der Wahl hat sich das geändert.

Der Staat springt jetzt länger ein, wenn ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt (Symbolbild).
Mohssen Assanimoghaddam/dpa Der Staat springt jetzt länger ein, wenn ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt (Symbolbild).

Viele Alleinerziehende werden künftig finanziell besser dastehen. Wenn ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt, erhalten sie einen Unterhaltsvorschuss vom Staat, bis ihre Kinder 18 Jahre alt sind. Die bisherige Höchstbezugsdauer von sechs Jahren wurde aufgehoben, wie Sozial-Staatssekretär Nikolaus Voss am Freitag in Schwerin mitteilte.

Die Reform des Unterhaltsvorschusses trat am 17. August in Kraft. Sie war bereits im Vorjahr beschlossen worden, konnte aber wegen Unstimmigkeiten zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung nicht wie geplant am 1. Januar 2017 in Kraft treten, sondern erst jetzt.

Anträge rückwirkend stellen

Die Höhe des Vorschusses beträgt für Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren 268 Euro monatlich. Für Kinder von 0 bis 5 Jahren sind es 150 Euro und von 6 bis 11 Jahren 201 Euro pro Monat. Anspruchsberechtigte können noch bis zum 30. September rückwirkend zum 1. Juli 2017 den neuen Unterhaltsvorschuss beantragen. Die Anträge können im zuständigen Jugendamt gestellt werden.