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Mai 4, 2012
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Tierische Mäusejagd am Computer-Bildschirm

von Sebastian Langer @ Fr. 04.05.2012 - 20:06.00
Foto: S. Langer

Katzen wird ja ein gewisses Desinteresse an allen menschlichen Wichtigtuereien nachgesagt. Wer sind wir schon, dass wir die Hochwohlgeborenen mit schnöden Fernbedienungskünsten zu beeindrucken trachten? Was glauben wir eigentlich, wenn wir uns kurz sorgen, ob das Stakkato-Flimmern des Fernsehbildschirms im Zusammenspiel mit lauter Musik die Schnurrende ängstigen könnte? Wir sind ein Nichts, bedeutet uns die Katze, und dreht sich sich arrogant blinzelnd und offensichtlich latent genervt zum Weiterdösen auf die andere Pfote.

Aber jetzt! Jetzt hab‘ ich sie! Ich habe eine Lücke gefunden in ihrem ach so technikresistenten Wesen, ihrer „Ich brauch‘ nur Wasser, Luft und Liebe“-Attitüde, ihrem angestrengten Vermeiden jeglichen Interesses für die elektronischen Spielerchen ihres Katzenfutteraufreißers. Denn sie will doch auch nur: spielen! Und so saß ich abends am Computer, die Graufellige strich missmutig um meine Beine, es wäre ja auch längst Abendbrotzeit, sie sprang über die Tastatur, vor den Bildschirm, auf die Tastatur ... und dann machte sie einen Fehler: Sie bemerkte die Maus. Der eifrig hin- und herhopsende Mauszeiger übte einen unwahrscheinlichen Jagdreiz aus, der Kopf verfolgt den Zeiger überall hin, war er weg, schaute sie sogar hinter dem Schirm nach. Und nach einer Viertelstunde Mäusejagd gingen wir beide vergnügt und hungrig in die Küche.

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