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September 26, 2011
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Begnadeter Vorleser Groth knackt Tellkamps "Schwebebahn"

von Frank Wilhelm @ Mo. 26.09.2011 - 14:39.00
Nicht jedes literarische Werk eignet sich unbedingt als Hörversion. Uwe Tellkamps „Die Schwebebahn“ gehört sicher dazu, was aber nicht an der Qualität des Textes liegt. Zwar muten die „Dresdner Erkundungen“ in Passagen als Recycling seines „Turms“ an, der ebenfalls in Dresden spielt. Doch Tellkamp beeindruckt erneut mit einer kunstvollen Sprache reich an Metaphern, die er in teils komplizierten Satzkonstruktionen ausbreitet. Immer wieder will der Zuhörer besonders gelungene Sätze festhalten. Zum Beispiel: „Ein Tag mit bedecktem weichem Licht, wie es in geerbten Löffeln vorkommt.“

 

 

Nur einer von vielen Sätzen, die mindestens zweimal gelesen werden müssen, ehe sie erfasst werden. Doch die CD läuft gnadenlos weiter. Nur gut, dass der Hessische Rundfunk für seine Produktion den begnadeten Schauspieler Sylvester Groth als Vorleser gefunden hat, der bereits den „Turm“ interpretiert hatte. Groth verleiht dem schweren Text die notwendige Lockerheit, kitzelt den Tellkamp’schen Humor hervor und sorgt damit immer wieder für akustische Höhepunkte, etwa wenn er voll Inbrunst die rassige Rotarmistin Klawdia („Gidje? Gidje?“) oder aber die sächselnden Protagonisten Tellkamps interpretiert.

Uwe Tellkamp: Die Schwebebahn. Dresdner Erkundungen, gelesen von Sylvester Groth. Der Hörverlag, München. 156 Minuten, 19,95 Euro. ISBN: 978-3-86717-720-7

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