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Februar 17, 2012
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Mehr jugendliche Straftäter vor Gericht

von Andreas Segeth @ Fr. 17.02.2012 - 18:36.00

Jung und kriminell – das ist leider auch in der Seenplatte keine Seltenheit. Meldungen über Gewalttaten von Jugendlichen gibt es immer wieder – ob Prügeln, Erpressen oder Rauben. Erst in dieser Woche mussten sich ein 20-Jähriger und ein 19-Jähriger vor Gericht verantworten, die im Oktober 2011 am Neustrelitzer Bahnhof einen 56-Jährigen geschlagen und getreten hatten, um die Herausgabe von Geld zu erzwingen.


Die Zunahme jugendicher Straftäter zeigt auch die Bilanz für das Amtsgericht Neubrandenburg, schreibt Torsten Heil in unserer Samstagsausgabe. Immer mehr Jugendliche haben sich 2011 vor dem Amtsgericht verantworten müssen. 2010 waren es 158 Delikte und 2011 schon 211, für die die Einzelrichter zuständig sind. Bei Entscheidungen der Schöffengerichte, an denen neben den Berufs- auch Laienrichter teilnehmen, wurden vor zwei Jahren 302 Verfahren registriert, 2011 immerhin 320. „Die Zahlen sind leicht gestiegen“, bilanziert Amtsgerichtssprecherin Petra Hoeveler auf Nachfrage.


Die Hitlite führen allerdings Ladendiebstähle an, dicht gefolgt vom Schwarzfahren und Betäubungsmitteldelikten. Aber auch Körperverletzung, Raub, Fahren ohne Führerschein, Sachbeschädigungen sowie Leistungsmissbrauch beim Kindergeld stehen auf der Tagesordnung der Richter. Bei den vielen Straftaten seien oft Verwarnungen oder Arbeitsstunden, aber auch Bewährungsstrafen verhängt worden. „Ich gehe davon aus, dass die Richter den Strafrahmen sachgerecht ausschöpfen“, so Hoeveler auf Nachfrage.


Bei den Erwachsenenstraftaten hat sich nicht viel geändert. Es gebe pro Jahr rund 800 Fälle, für die die einzelnen Richter verantwortlich sind, lediglich am Schöffengericht gab es eine Steigerung der Verfahren von 87 auf 116 im Jahr 2011. Die Palette reiche auch hier von Schwarzfahren, Diebstähle und Drogendelikte über Körperverletzung bis hin zu Sexualstraftaten.


„Die Zahl der Zivil- und Familiengerichtsverfahren in Neubrandenburg ist auch stabil“, führt Petra Hoeveler weiter aus. Die Zivilsachen drehten sich überwiegend um Miet-, Verkehr-, Bau- und Kaufsachen. Die Scheidungsverfahren seien mit 223 im Jahr 2011 ebenfalls auf einem stabilen Niveau.

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